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La Sella 29.08.18

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Der La Sella Gipfel stellt sich als schwierigste Tour heraus. Der steile Gletscher und die vielen Spalten bereiten uns insbesondere auf dem R├╝ckweg einige Schwierigkeiten. Deshalb sind wir fast 12 Stunden unterwegs.

8 km

Tour

12h

Unterwegs

1098 hm

Bergauf

1098 hm

Bergab

Steil hinauf ├╝ber den Gletscher

Heute sind wir drei die Einzigen beim 5:30 Uhr Fr├╝hst├╝ck. Wie die letzten zwei Tage gehen wir in unserer Spur auf ca. 2ÔÇÖ900 m ├╝. M. Vom La Sella [Aussprache] Gipfel zieht sich ein Felsband gegen Norden bis auf 3ÔÇÖ000 m ├╝. M. ├ľstlich davon steigen wir ├╝ber den Gletscher auf. Spalten hat es hier nur wenige, daf├╝r wird das Eis immer steiler. Ich setze zwei Eisschrauben, um uns bei einem allf├Ąlligen Ausrutschen zu sichern. Mit etwas h├Âherem Puls als ├╝blich ├╝berwinden wir diese Steilstufe und kommen oberhalb vom Punkt 3074 auf den flacheren Teil des Gletschers.
 
 

Aufstieg ├╝ber den flacheren Gletscher

Es ist kurz nach 9:00 Uhr. Nach einer kurzen Beratung entscheiden wir uns weiter in Richtung La Sella 3ÔÇÖ583 m ├╝. M. zu gehen. Der R├╝ckweg macht uns Sorgen, meine beiden Kollegen wollen dieses steile St├╝ck nicht mehr absteigen. Wir hoffen von weiter oben einen anderen Weg nach unten zu sehen. Die n├Ąchsten 400 hm sind problemlos, die grossen Gletscherspalten, die es hier gibt, lassen sich gut umgehen. Der Himmel ist leicht dunstig und es bildet sich ein Halo ├╝ber der Fuorcla da La Sella [Aussprache] . Kurz vor dem Sattel zwischen den beiden La Sellagipfeln wird es nochmals steil, aber nichts im Vergleich zum fr├╝hen Morgen.

La Sella Westgifpel 3ÔÇÖ583 m ├╝. M.

Die Route zum Ostgipfel w├╝rde ├╝ber ein sehr steiles Eisfeld f├╝hren und danach sieht es nach einer etwas schwierigen Kletterei aus. Wir entscheiden uns f├╝r den Westgipfel. Hier kommen wir problemlos bis zum Fels. Wir deponieren die Eisausr├╝stung und gehen am kurzen Seil durch sehr loses Gestein Richtung Norden auf den Grat. Sobald wir diesen erreicht haben wird es einfacher. Der Weg ├╝ber den Grat ist mit wenigen Ausnahmen ausgesetztes schwieriges Gehgel├Ąnde oder anders gesagt einfach Kraxelei. Rechts und links geht es 100 Meter steil nach unten auf den Gletscher.

Mittagspause auf dem La Sella Gipfel

Der Gipfel ist sehr eng. Wir setzen uns zu dritt um den Gipfelsteinmann. Platz f├╝r weitere Bergsteiger gibt es nicht. Aber das ist auch kein Problem. Wir haben in den vergangenen vier Tagen nur eine Gruppe oberhalb der H├╝tte auf den Il Chap├╝tschin gesehen. Grunds├Ątzlich hatten wir alle Gipfel und den gesamten Gletscher f├╝r uns alleine. Etwa 20 Meter vor dem Gipfel h├Ątte es einen sch├Ânen flachen Platz, dieser w├╝rde sich f├╝r die Gipfelpause mit mehreren Personen anbieten. Der Dunst hat sich verzogen und wir geniessen die Sonne bei angenehmen Temperaturen. Zu lange wollen wir aber nicht Pause machen, da uns noch ein schwieriger R├╝ckweg bevorsteht.

Abstieg mit Umwegen

Wir gehen bis auf ca. 3ÔÇÖ100 m ├╝. M. denselben Weg zur├╝ck. Um die steile Stelle durchs Eis zu vermeiden, suchen wir einen Weg ├Âstlich um die Felsen unterhalb von Punkt 3074. Hier ist auf dem Foto in der H├╝tte eine Route eingezeichnet. Leider hatten wir vergessen, dass dies eine Winterroute ist. Im Sommer hat es da sehr viele Spalten. Wir schlagen uns bis zu den Felsen (P3074) durch und steigen am Gletscherrand nach unten. Einfach ist es nicht, aber wir kommen St├╝ck f├╝r St├╝ck voran.

Abseilen in eine Gletscherspalte

Bis wir vor einer Spalte stehen, die bis zu den Felsen reicht. Ich sehe nur eine M├Âglichkeit, Abseilen. Mittels Bandschlinge richte ich um einen grossen Stein einen Stand ein und lasse Seraphin und Andi ├╝ber die ├╝berh├Ąngende Spalte drei Meter auf den n├Ąchsten Felsen ab. Zum Schluss seile ich selbst ab. F├╝r uns ist das ganze Man├Âver eine gr├Âssere ├ťbung und kostet viel Zeit. Wir kommen aber bald in den flacheren Teil des Gletschers und k├Ânnen anschliessend ├╝ber das Ger├Âllfeld weiter absteigen.
 
 

Zur├╝ck auf bekannten Wegen

Auf ca. 2ÔÇÖ800 m ├╝. M. queren wir gegen Westen und sehen erste Steinm├Ąnner. Diese f├╝hren uns wieder zum Eis des Vadret da Roseg[Aussprache] . Wir steigen ca. 100 Meter hoch, umgehen die grossen Spalten und befinden uns wieder auf unserer alt bekannten Route. Noch ein letztes steiles St├╝ck ├╝bers Eis und zur├╝ck zu unserem Ausgangspunkt am Ende des Gletschers. Die H├╝tte erreichen wir kurz vor sechs Uhr. Das sind zwei bis drei Stunden sp├Ąter als in den letzten Tagen.

Das n├Ąchste Mal machen wir es besser

Insbesondere mental ersch├Âpft geniessen wir das Abendessen und freuen uns auf den morgigen Pausentag. Im Nachhinein ist klar, wir h├Ątten denselben R├╝ckweg nehmen sollen wie wir hoch gestiegen sind. Mit Eisschrauben gesichert w├Ąren wir schneller zur├╝ck gewesen.
Sch├Ânste Gratkletterei am Piz Gl├╝schaint

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