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Meine ersten Nordlichter Januar 2019

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Meine ersten Nordlicht-Bilder muss ich mir hart verdienen. Nicht nur eine lange Wartezeit ist in Island nötig, sondern auch noch nasse Füsse trage ich an diesem Abend nach Hause.

Meine erste Nordlicht-Sichtung

Mein erstes Nordlicht sehe ich am 22.01.19 um Mitternacht über dem Jökulsarlón. Für wenige Minuten ist ein grüner Schleier über dem Vatnajökull zu bestaunen. Mehr grünes Licht leuchtet in dieser Nacht nicht.
Wieder zuhause in Mid-Hvoll drückt die grüne Farbe auch am nächsten Abend durch den Dunst. Von blossem Auge sind aber nur hellgraue Wolken zu sehen. Erst die Langzeitbelichtung der Kamera bringt die Grüntöne zum Vorschein.
Es ist gar nicht so einfach die Nordlichter zu sehen. Um das Naturschauspiel zu erleben müssen mehrere Dinge zusammenpassen. Die Sonnenaktivität muss hoch genug sein, damit sich der Sonnenwind aus Protonen, Elektronen und Helium auf den Weg Richtung Erde macht. Unsere Sicht gegen den Himmel darf nicht von Wolken verdeckt sein und man muss sich am richtigen Ort auf der Erde befinden.
Diese drei Voraussetzungen kann man ohne weiteres voraussagen oder planen. Nur die genaue Zeit, wann die Nordlichter dann auftreten, kann man nicht bestimmen. Das macht die Fotografie nicht ganz einfach.

Im Eis gespiegeltes Nordlicht

Am Abend vom 26. Januar sind die Bedingungen vielversprechend. Ich schultere meine Kamera-Ausrüstung und mache mich auf den Weg zum Strand. Über dem Myrdalsjökull sehe ich bereits die ersten Nordlichter. Zu meiner Freude nicht nur unförmige Wolken sondern klare Bögen und Spiralen. Mein Ziel ist der kleine See östlich von unserer Farm. Dieser hat mich bei meinem ersten Strandspaziergang davon abgehalten weiter zu gehen. Heute Nacht sieht er ganz anders aus. Der kleine See ist gefroren. Vorsichtig wage ich mich an den Rand des Eises, um die Spiegelung im Eis zu fotografieren. Unter meinen Füssen ächzt die Eisdecke und hin und wieder entstehen Risse. Das Wasser darunter ist aber nicht tief und weiter draussen sehe ich im Schein meiner Stirnlampe eine gefrorene Sandbank. Ich bewege mich mit je einem Stativ und einer Kamera pro Hand über das Eis und erfreue mich an meinen ersten Nordlichtbildern.
Je glänzender das Eis, umso spannender ist es für mich, denn da sind auch die Spiegelungen schöner. Mittlerweile ist es nach Mitternacht und das Nordlicht ist immer noch zu sehen. Ich wandere behutsam seeaufwärts, bis das Ächzen des Eises immer bedrohlicher wird. Nahe beim Einlauf des Sees finde ich eine schöne Stelle mit einer gefrorenen Sandbank. Schritt für Schritt taste ich mich an sie heran. Noch ein letztes Foto will ich machen, da sich das Eis unter mir mittlerweile in ein schönes Muster mit tausend feinen Rissen verwandelt, doch es ist zu spät. Zuerst mit einem und gleich danach auch mit dem zweiten Fuss breche ich durchs Eis und stehe bis zu den Knien im Wasser. Jetzt ist es geschehen. Zum Glück in diesem seichten See. Ich benötige einen Moment, um wieder aufs Eis zu klettern, da nun das Eis geschwächt ist und rund um das Loch schon bei geringer Belastung einbricht. Wie ein Eisbrecher schlage ich mich einige Meter gegen das Ufer durch, bis ich wieder aus dem Wasser steigen kann. Alles ist nass: die Bergschuhe, meine Socken und die Daunenhose. Nur mein Rucksack und die Kamera-Ausrüstung bleiben zum Glück unversehrt. Den halbstündigen Fussmarsch nach Hause hatte ich mir eigentlich gemütlicher vorgestellt. In solchen Momenten freue ich mich über die Heizkörper, die mich im Haus erwarten und gehe wegen des unangenehmen Blatsch, Blatsch in meinen Schuhen etwas schneller als üblich.

Zurück am Tatort

Am nächsten Morgen besuche ich den Ort des Eisbruchs nochmals bei Tageslicht. Mein Loch ist noch gut zu sehen. Ich bin doch etwas zu nahe ans offene Gewässer heran gegangen. Etwas mehr Vorsicht für das nächste Mal ist wohl angebracht.
 
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