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Quer durch Kanada Mai 2019

Die Schneedecke nimmt zu
Julierpass ÔÇô Chamanna Jenatsch 01.09.18
2. November 2019

Nach einem Monat auf der Farm in Alexandria beginnt mein Roadtrip. Ich erfahre die Weite Nordamerikas auf dem Trans-Canada Highway und lande wieder auf einer Farm.

├ťbernachtungen

Der Roadtrip startet

Am Samstag, 4. Mai 2019 m├Âchte ich von Alexandria losfahren. Bei der Familie Suter habe ich mich sehr wohl gef├╝hlt, daher f├Ąllt es mir gar nicht so leicht aufzubrechen. Ich esse nochmals gemeinsam mit der Familie Fr├╝hst├╝ck und packe meine letzten Sachen ins Auto. Da geschieht das erste Missgeschick. Ich habe drei Autoschl├╝ssel. Momentan befinden sich alle drei in der Fahrerkabine und diese ist abgeschlossen. Markus versucht mit allerlei Tricks, die T├╝r zu ├Âffnen, aber wir schaffen es nicht. Zum Gl├╝ck wird auf dem Hof gerade ein neues Dach aufgestellt. Die ersten Stahltr├Ąger werden schon angeliefert. Einer der Arbeiter erkennt unsere Not und kommt zu Hilfe. Er musste auch schon in sein eigenes Auto einbrechen und stellt sich daher als routinierter Schlossknacker heraus. Mit zwei grossen Schraubenziehern und einem Metalldraht ist die T├╝r in f├╝nf Minuten ge├Âffnet und ich kann doch noch losfahren.
 
 

Unterwegs nach Westen


Am Nachmittag ist es dann soweit und ich fahre entlang der bekannten Strasse wie jeden Morgen und Abend los, nur diesmal geht es nicht zum Stall sondern auf die Autobahn. Es f├╝hlt sich komisch an mit einem eigenen Auto und alleine unterwegs zu sein. Wo werde ich heute Nacht schlafen? Wie schnell komme ich voran? Was werde ich in n├Ąchster Zeit alles erleben?
Bis Ottawa komme ich problemlos. Durch die Stadt stockt der Verkehr etwas, aber ich finde den richtigen Weg. Dem Ottawa River entlang fahre ich durch Ontario. Gegen Abend suche ich einen ├ťbernachtungsplatz. Alle kleinen Abzweiger f├╝hren zu privaten H├Ąusern, es ist gar nicht so einfach einen stillen Platz zu finden. Schlussendlich ├╝bernachte ich auf einem Campingplatz, der erst in einer Woche die Saison er├Âffnet, aber die Besitzer sind schon da und weisen mir einen Platz zu.

Fahren, fahren, fahren

In den n├Ąchsten Tagen fahre ich den ganzen Tag. Ich muss zuerst herausfinden, wie weit ich in einem Tag komme und wieviele Entdeckertage ich mir bis nach Banff leisten kann. Am 16. Mai bin ich mit Reno Sommerhalder verabredet, um B├Ąren in den Rocky Mountains zu suchen. Bis dahin sind es aber noch einige Tausend Kilometer. Auf dem Trans-Canada Highway l├Ąsst es sich ganz angenehm fahren. Man kann den Tempomat einstellen und problemlos ├╝ber mehrere Stunden durch die unterschiedlichsten Landschaften fahren. Ich halte mal an einem See, mal an einem Wasserfall. ├ťbernachtungspl├Ątze finde ich dank der iOverlander App nun besser. Es f├Ąllt mir schwer alleine zu reisen. Entlang des Highway reizt mich nichts um l├Ąnger zu bleiben. Ich frage mich, wieso ich mir das antue, und w├╝rde am liebsten umkehren und nach Hause fahren. Einen gl├╝cklichen Reisealltag habe ich mir anders vorgestellt. Ich m├Âchte aber nicht zur├╝ck in die Schweiz und f├╝nf Tage der Woche im B├╝ro verbringen. Deshalb halte ich durch und fahre weiter, in der Hoffnung, dass die Freude dann von alleine kommt. Nach f├╝nf Tagen erreiche ich Winnipeg. Die zugefrorenen Seen verschwinden und an deren Stelle treten endlose Felder. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung ├╝bernachte ich auf dem Parkplatz eines Baseballfeldes etwas ausserhalb der Stadt.

Sandd├╝nen in Kanada

Ich merke, dass ich gen├╝gend Zeit habe und mir auch k├╝rzere Etappen leisten kann. Daher mache ich einen Abstecher in den Spruce Woods Provincial Park. Hier backe ich mein erstes Brot im Ofen und erkunde zu Fuss die Sandd├╝nen mitten in Kanada. Es ist hier schon einiges w├Ąrmer als in Ontario und langsam beginne ich das Reiseleben zu geniessen. Etwas n├Ârdlich vom Trans-CanadaHighway befindet sich der Riding Mountain National Park. Heide und Franz haben davon geschw├Ąrmt und im Reisef├╝hrer lese ich von Bisons in diesem Park. Ich beschliesse den Umweg in den Norden zu fahren.

Bisons im Riding Mountain National Park

Am Parkeingang kaufe ich mir die Jahreskarte f├╝r die Kanadischen P├Ąrke. Im letzten Dorf kontrolliere ich das K├╝hlwasser und entdecke den Grund, wieso der Motor heute morgen so heiss geworden war. Es ist fast kein K├╝hlmittel mehr vorhanden. Ich bitte in einer Tankstelle um Nachschub. Sie haben keines an Lager, aber der Besitzer f├Ąhrt kurz zu sich nach Hause und bringt mir eine Viertelstunde sp├Ąter eine ganze Flasche. Nun l├Ąuft wieder alles rund und am Abend werde ich mich mit K├╝hlmittelvorrat versorgen. Durch den Nationalpark f├╝hrt eine Kiesstrasse. Die Bisons sind in einem grossen Gehege innerhalb des Nationalparks eingesperrt. Von der Aussichtsplattform aus suche ich die Gegend nach Tieren ab. Auf der ausgedehnten Wiese kann ich aber kein Lebewesen erkennen. Wieder zur├╝ck im Auto und bei der Weiterfahrt sehe ich kurze Zeit sp├Ąter in der Ferne zwei Tiere. Gl├╝cklicherweise f├╝hrt eine Strasse ganz in die N├Ąhe des einen Bisons. Aussteigen und zu Fuss gehen ist hier nicht erlaubt. Ich komme im Auto ganz nahe an das Tier heran. In einem anderen Teil des Parks begegne ich noch einer ganzen Herde Bisons. F├╝r mich ein richtig sch├Ânes Erlebnis. Gl├╝cklich und zufrieden mache ich mich weiter auf den Weg Richtung Rocky Mountains. Noch lange fahre ich an diesem Nachmittag durch die Felder von Manitoba und geniesse es.

Branding in Alberta

Nach diesem Ausflug nach Norden begebe ich mich zur├╝ck auf den Trans-Canada Highway. N├Ąchstes Ziel ist der Dinosaur Provincial Park. Ich ├╝bernachte am Ufer des Red Deer Rivers nahe der Br├╝cke, von wo aus ich den Sonnenuntergang fotografiere. Ein heranfahrendes Auto h├Ąlt an und ich komme ins Gespr├Ąch mit der Fahrerin. Sie wohnt auf einer Farm unweit von hier. Und f├╝r morgen ist ein Branding geplant, zu dem sie mich einl├Ądt. Ich weiss zwar nicht, was mich erwartet, aber am n├Ąchsten Tag besuche ich die Ranch von Richard Williams. Ich bin nicht der einzige Besucher, fast ein Dutzend junger Leute aus Quebec helfen mit beim Branding. Es geht darum, den K├Ąlbern das Zeichen der Farm mit einem heissen Eisen ins Fell zu brennen, damit sie nicht gestohlen werden k├Ânnen. Wir treiben 60 K├Ąlber in ein separates Abteil und nun wird eines nach dem anderen mit dem Lasso gefangen und von zwei Leuten auf den Boden gedr├╝ckt. Zwei Personen k├╝mmern sich um das Branding, wir anderen versorgen die K├Ąlber mit Schmerzmittel, kennzeichnen das Fell mit gr├╝ner Farbe, damit wir gut sehen, welche Tiere schon behandelt wurden, und falls es junge Stiere sind, werden ihnen die Hoden heraus geschnitten. Diese werden in einem Kessel gesammelt, anscheinend um als Appetizer gegessen zu werden. Ich denke mir, wahrscheinlich habe ich da etwas falsch verstanden. So vergeht der ganze Nachmittag, bis unsere Cowboys alle 60 Tiere erwischt haben. Danach gibt es grosses Barbecue und als kleiner Snack werden wirklich die gebratenen Hoden serviert. Mir schmecken sie. Es soll hier in der Alberta Restaurants geben, die einem Kalbshoden f├╝r viel Geld als Delikatesse zubereiten. Danach gibt es noch ein riesiges Steak mit Bohnensalat.

Calgary

Am n├Ąchsten Morgen geht es f├╝r mich weiter nach Calgary. Ich besuche eine kleine Garage, um mir einen Dachtr├Ąger aufs Auto montieren zu lassen. Die Jungs von Rhino Rack haben leider erst in einer Woche einen Montagetermin frei f├╝r mich und somit muss auch mein Dachzelt noch warten.
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