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Auto kaufen in Ontario April 2019

27. Oktober 2019
Der Firth River ist eine tiefe Schlucht. Dies ist einzigartig in der nördlichen Brooks Range.
Firth River Brooks Range 2019
21. Oktober 2019
Die Schneedecke nimmt zu
Julierpass – Chamanna Jenatsch 01.09.18
2. November 2019

In Kanada habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Auto gekauft. Im Staat Ontario ist das gar nicht so einfach. Mit meinem Schweizer FĂŒhrerausweis wollte mich keine Versicherung aufnehmen. Daher musste ich mich zuerst um den Papierkram kĂŒmmern..

Jahreszeit

FrĂŒhling

Jahreszeit
Hotel

Bei Freunden

Übernachtung
GMC Logo

GMC Sierra

Automarke
Motor

4.8-liter V-8 Benzin

Motor
Kosten
21000CA$

Auto

202935km

Kilometerstand

Welches ist das passende Fortbewegungsmittel fĂŒr mich

FĂŒr meine Panamericana Reise habe ich mir zwei verschiedene Fortbewegungsmittel ĂŒberlegt. Zum einen ganz klassisch ein Auto oder dann ein Velo. Das Velo hat fĂŒr mich vier Nachteile. Erstens wĂŒrde ich viel mehr Zeit fĂŒr die Strecke von Alaska bis nach Feuerland benötigen, zweitens ist es umstĂ€ndlicher mit dem Fahrrad einen Abstecher von einigen 100 Kilometern zu machen, drittens möchte ich mich in meinem GepĂ€ck nicht einschrĂ€nken. Mit dem Velo wĂ€re es schwierig zwei Kameras, fĂŒnf Objektive, ein Packraft, die GletscherausrĂŒstung, zwei Zelte und ein Laptop mitzufĂŒhren. Viertens bietet das Velo keine Möglichkeit GĂ€ste wie Besuch aus der Heimat oder Autostöppler/innen mitzunehmen. Daher fĂ€llt die Wahl auf ein Auto, obwohl es natĂŒrlich in der Anschaffung und im Betrieb viel teurer ist und der Kontakt zu Einheimischen als Veloreisender wohl einfacher zu knĂŒpfen wĂ€re. Roadtrip-Erfahrung konnte ich in Europa schon sammeln. FĂŒr mich war klar, das Auto muss auch durch unebenes GelĂ€nde fahren können. In Amerika kommt da natĂŒrlich ein Pick-Up oder wie sie ihn hier nennen ein Truck in Frage. Von meinem Island-Urlaub her weiss ich, dass der Aufbau fĂŒr die Wohnkabine nicht allzu gross sein sollte, sonst stört er mich beim Fahren. Die Pick-Up-Camper, die es in Kanada und Alaska ĂŒberall zu mieten gibt, sind mir zu gross. Mein Traumauto ist also ein Truck mit Wohnkabine auf der LadeflĂ€che, aber mit Hubdach, damit das Auto im Fahrzustand schön kompakt ist. Als ich in Ontario ankomme, ist schnell klar, Trucks gibt es auf dem Gebrauchtmarkt viele, aber Wohnkabinen mit Hubdach sind rar oder nur neu verfĂŒgbar. FĂŒr eine neue Kabine reicht mein Budget nicht. Deshalb kĂŒmmere ich mich vorerst ums Auto und ĂŒberlege ein Dachzelt zu kaufen.

Truck Auswahl

In Alexandria erkundige ich mich bei drei verschiedenen Autogaragen nach Occasion- Fahrzeugen. Ein grosser Ford F150 mit langer LadeflĂ€che und 80'000 Kilometern ist mir mit 26'000 CA$ zu teuer. Die Recherchen im Internet zeigen, dass die Preise bei gleichem Kilometerstand und Alter alle ungefĂ€hr gleich sind. Deshalb muss ich mich nach einem Ă€lteren Fahrzeug mit mehr Kilometern umsehen. Da ich nicht viel von Autos verstehe, suche ich nur nach Autos, die ĂŒber eine Garage verkauft werden. Schlussendlich stehen zwei Fahrzeuge zur Auswahl: ein blauer Ford F-150, viertĂŒrig mit einer 5-Fuss-LadeflĂ€che ohne Verdeck oder ein weisser GMC Sierra, mit einer verlĂ€ngerten Kabine und einer gedeckten 6-Fuss-LadeflĂ€che. Der GMC wird von einem offiziellen GMC HĂ€ndler verkauft und macht auf mich den besten Eindruck. Ich entscheide mich fĂŒr dieses Auto und lasse All-Terrain-Reifen montieren. Alles in allem kostet der GMC Sierra Nevada 2013 mit 200'000 Kilometern 21'000 CA$.

Papierkrieg in Ontario

In verschiedenen Blogs habe ich gelesen, dass der Autokauf in Kanada fĂŒr AuslĂ€nder kein Problem sei. Das ist anscheinend in British Columbia und Halifax so, aber nicht in Ontario. Das Problem ist die Autoversicherung. Ohne Kanadischen FĂŒhrerausweis will mich keine Versicherung unter Vertrag nehmen. Auch der Internationale FĂŒhrerausweis hilft mir nicht weiter. Nach mehreren Besuchen bei Service Ontario sehe ich keinen anderen Ausweg als meinen Schweizer FĂŒhrerausweis gegen einen Kanadischen einzutauchen. Zuerst versuche ich meinen Internationalen zu tauschen, aber dieser wird nicht akzeptiert. Die Dame am Schalter nimmt ihr Buch hervor und blĂ€ttert zur Seite der Schweiz, da ist nur unser Ausweis im Kreditkartenformat und der alte blaue abgebildet. Wenn es nicht anders geht, gebe ich eben meinen richtigen ab. Als Adresse gebe ich meine aktuelle Unterkunft bei der Familie Suter an. Eigentlich möchte die Dame noch eine BestĂ€tigung, dass ich nun in Ontario wohne. Zum GlĂŒck genĂŒgt aber mein B1/B2 Visum fĂŒr die USA. Das macht fĂŒr mich keinen Sinn, aber es ist ja zu meinen Gunsten. Die Probleme sind damit aber nicht gelöst. Mein Schweizer Fahrausweis ist nur auf Deutsch, sie benötigen ihn aber auf Englisch oder Französisch. Obwohl in ihrem Buch alle Angaben des Ausweises in einer Legende beschrieben sind, besteht die Frau auf einer offiziellen Übersetzung. Ich fotografiere meinen Ausweis und sende die Bilder per E-Mail nach Toronto und bezahle zu den 60 CA$ fĂŒr die Übersetzung nochmals 20 CA$ fĂŒr den Expressversand. Die Übersetzung dauert 2 Tage inklusive Kontrolle. Nun lerne ich aber die Kanadische Post kennen. Diese braucht, weil gerade die Ostertage anstehen, eine ganze Woche, um den Brief 500 Kilometer weit in den Norden zu senden. Mit dem Papier, auf dem nicht viel drauf steht, das aber mit einem offiziellen Stempel versehen ist, besuche ich ein zweites Mal das zustĂ€ndige Amt in Cornwall. Nun klappt alles. Den Augentest bestehe ich und zum Schluss machen sie noch ein Foto von mir. Ich erhalte den provisorischen Ausweis und gehe erneut auf Versicherungs-Suche.

Autoversicherung

Die eine örtliche Versicherung stuft mich als Neulenker ein und verlangt eine horrende PrĂ€mie von 2'800 CA$ pro Jahr. Die zweite Gesellschaft in der Stadt ist gerade umgezogen und ich erhalte trotz Versprechen keine Offerte. Über das Internet finde ich einen gĂŒnstigeren Anbieter. Per Telefon schliesse ich meine Autoversicherung ab und kurze Zeit spĂ€ter erhalte ich die viel gĂŒnstigere Offerte von Cooperators. Weil die Preisdifferenz fast 800 CA$ betrĂ€gt, kĂŒndige ich meinen eben abgeschlossenen Vertrag gleich wieder. Cooperator sind so markant gĂŒnstiger, weil sie mir neun Jahre unfallfreies Autofahren in der Schweiz anrechnen, obwohl ich keinen Versicherungsnachweis zeigen kann, da ich noch nie ein eigenes Auto besessen habe. Nun ist alles bereit. Ich sende meinen Versicherungsnachweis an den AutoverkĂ€ufer und dieser löst den Truck auf meinen Namen ein. Endlich kann ich mein Auto abholen. Nur den DachtrĂ€ger konnten sie mir nicht montieren, weil dieser noch nicht geliefert worden war.

Truckausbau

Nun habe ich mein erstes eigenes Auto mit viel Stauraum und vier grossen Kisten voll AusrĂŒstung, welche ich gerne mitnehmen möchte. Zuerst stellt sich die Frage, wo ich schlafe. Ich habe zwei Zelte und einen Biwaksack dabei, die alle einen trockenen Boden benötigen. Ich beschliesse meine Wohnung auf vier RĂ€dern um ein Zimmer zu erweitern und informiere mich ĂŒber Dachzelte. In der Schweiz habe ich schon einige angeschaut und bin immer wieder auf die Marke Autohome gestossen. Diese Dachzelte aus Italien gibt es auch in Kanada zu kaufen. Sie sind aber sehr teuer, um die 5'000 CA$. Es gibt auch eine kanadische Firma Treeline, welche Dachzelte in der NĂ€he von Calgary verkauft. An diesen Dachzelten gefallen mir insbesondere die vielen Fenster auf allen Seiten inklusive zwei Dachfenster. Ich reserviere mir eines und werde es auf dem Weg nach Alaska abholen.

GepÀck

Somit steht nun die gesamte LadeflĂ€che als Stauraum fĂŒr mein GepĂ€ck zur VerfĂŒgung. Im Internet gibt es Unmengen an Beispielen von verschiedenen HeckauszĂŒgen. Die meisten arbeiten mit Schwerlast-AuszĂŒgen und Aluminiumprofilen. Im Blog Desk to Glory entdecke ich einen Auszug aus Holz mithilfe von kleinen Möbelrollen. Die Idee und die simple AusfĂŒhrung gefallen mir. Im Homehardware decke ich mich mit Baumaterialien ein und beginne mit dem Zuschneiden von Mehrschichtplatten fĂŒr zwei grosse Schubladen. Unterdessen bestelle ich im Internet einen Gaskochherd mit zwei Kochplatten inklusive Backofen. Um letzteren in die Schubladen einzubauen, muss ich die eine schon wieder umĂ€ndern. Nun habe ich eine Schublade mit einer Unterteilung fĂŒr meine Kleider und einer Abdeckplatte, damit ich die ausgezogene Schublade als KĂŒchenarbeitsflĂ€che nutzen kann. In der zweiten verstaue ich den Kochherd und das KĂŒchenmaterial. Zuhinterst bleibt etwas Platz frei fĂŒr meine Zelte und alles, was ich seltener brauche. Den Wasserkanister und die Gasflasche montiere ich auf meine Holzkonstruktion und befestige sie wĂ€hrend der Fahrt mit einem Spannset.

Elektronik

Um all meine GerĂ€te mit Strom zu versorgen habe ich eine 1'000 Watt Lithium Batterie und ein mobiles 100 Watt Solarpanel von Goal Zero gekauft. Beides ist nicht fest verbaut und liegt meistens zusammen mit dem Elektrozeugs auf der RĂŒckbank in der Fahrerkabine. Die Batterie kann ich auch ĂŒber die Steckdose und die Lichtmaschine des Autos aufladen. Meistens genĂŒgt aber das Solarpanel. Viel Storm brauchen die Drohnen Akkus, mein MacBook und der KĂŒhlschrank. Kamera Akkus und das Handy fallen nicht ins Gewicht.

Sonnen- und Regenschutz

Um auch bei Regen im Trockenen zu kochen, leiste ich mir einen Regen- und Sonnenschutz auf der linken Autoseite. Dieser lĂ€sst sich um 270° bis ĂŒbers Heck ausfahren. Bis jetzt habe ich ihn zum GlĂŒck noch nicht oft gebraucht. Er erfĂŒllt seine Funktion, doch beim zweiten Mal Öffnen ist ein Plastikgelenk gebrochen. Ich konnte es mit zwei Schrauben reparieren. Nachher habe ich gemerkt, dass es von Anfang an zwei Ersatzgelenke dabei hatte. Sicher wird eine Zeit kommen, in der ich das Dach öfters benutzen werde.
Im Grossen und Ganzen ist nun meine neue Wohnung so, wie ich sie haben wollte. GelĂ€ndegĂ€ngig, kompakt, ich bin viel draussen und erlebe das Wetter aber trotzdem gut geschĂŒtzt, wenn es sein muss.
 
Wer ist den da neues im Stall?

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