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Workaway in Mi∂-Hvoll Jan&Feb19

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Mein Leben als Workawayer auf dem Bauernhof Mið-Hvoll besteht hauptsächlich aus Kühe melken und füttern. Dazwischen geniesse ich die Abgeschiedenheit und Ruhe in dieser wilden Landschaft.

Workaway

Das Ziel der Plattform Workaway ist, Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen zu bringen. So bekommt man im Austausch von einigen Stunden Arbeit pro Tag Kost und Logis und einen Einblick in das Leben anderer Menschen. Mich spricht diese Art des Reisens an, weil es dadurch möglich ist, auch bei garstigen Wetterbedingungen und mit geringen Kosten für längere Zeit in Island zu bleiben. Einen Platz gefunden habe ich auf der Farm Mið-Hvoll [Aussprache] im Süden von Island.

Die Menschen in Mið-Hvoll

Als ich anfangs Januar in Island ankam, waren nur zwei Menschen auf der Farm. Katie und Siggi das Inhaber-Paar des Bauernhofs und der dazugehörenden Cottages. Mittlerweile ist noch ein zweiter Workawayer dazugekommen, Caleb aus Mexiko. Sylwia aus Polen hat schon letztes Jahr hier gearbeitet und tut dies auch in diesem Jahr wieder. Ihr Zuständigkeitsbereich sind die Cottages und das Check-In der Touristen. Wir drei leben in einem eigenen Haus. Jeder von uns hat ein eigenes Zimmer, Bad, Küche und Wohnzimmer teilen wir miteinander. Katie und Siggi wohnen in einem separaten Haus. Zum Hof gehören noch vier weitere Gebäudegruppen. In einem sind die Milchkühe und der Milchtank untergebracht, eine weitere Gebäudegruppe beherbergt die Schafe, die jungen Rinder, Kaninchen und dient als Werkstatt. Im Hangar sind im Winter die Fahrzeuge eingestellt und die letzte Gebäudegruppe bietet nochmals Platz für einige Rinder und die Hühner.

Die Tiere in Mið-Hvoll

Als erstes wird man von den beiden Hunden begrüsst, von Odi dem jungen wilden und Whiskey dem 7-jährigen etwas besonneren. Eine Katze haben wir am Fenster auch schon gesichtet, aber sie blieb bis jetzt immer im Haus. 17 Hühner legen mehr oder weniger fleissig Eier und sechs Kaninchen freuen sich jeweils über die Küchenabfälle. Im Stall sind 40 Schafe, die sehnlichst auf den Sommer warten bis sie wieder frei über die Felder ziehen können. Mit den Kühen wird es etwas kompliziert. Im Stall mit der Melkmaschine sind 45 Kühe mit aktuell sechs ganz jungen Kälbchen und vier Teenagern. Dazu kommen weitere Rinder und auch einige Kühe, welche entweder im zweiten Stall untergebracht sind oder auf einer eingezäunten Weide ihren Tag und die Nacht verbringen. Zusammen sind es sicher nochmals 50 Tiere. Dazu kommen 21 Islandpferde. Diese sind das ganze Jahr über draussen auf der Weide.

Arbeiten in Mið-Hvoll

Hauptaufgabe ist das Tiere füttern und Kühe melken. Dies muss jeden Morgen und Abend erledigt werden. Wenn wir zu dritt sind, dauert das ca. 2.5 Stunden, momentan ist Siggi aber sehr geschwächt vom Fieber, weshalb wir den grössten Teil im Stall zu zweit erledigen. Daher dauert es einiges länger. Nach der Morgenschicht haben wir normalerweise Pause. Nur manchmal stehen auch am Nachmittag noch Bauarbeiten rund um den Hof an. Um 16:30 Uhr beginnt die Abendschicht im Stall, sie beinhaltet dasselbe wie am Morgen: füttern und melken.

Leben in Mið-Hvoll

An fünf Tagen pro Woche sind wir zum Arbeiten eingeteilt und zwei Tage haben wir frei. Gekocht wird unter der Woche abwechselnd. Jeder kocht an einem Abend für Alle. Am Wochenende essen Katie und Siggi meist für sich alleine und wir drei organisieren uns selbst. Die Zutaten werden uns zur Verfügung gestellt. Der Gefrierschrank ist voll von Rind- und Lammfleisch von den eigenen Tieren. Auch die Eier und natürlich die Milch besorgen wir uns jeweils frisch. Die Küche ist mit allem ausgestattet, was es so braucht. Das meiste ist etwas alt und sehr gebraucht, aber es erfüllt seinen Zweck. Der ganze Hof wäre etwas renovationsbedürftig, aber das ist ein zu grosses Projekt für meine Zeit hier. Daher beschränke ich mich auf die jeweils nötigen Instandstellungen. An unseren freien Tagen können wir in Absprache untereinander ein Auto benutzen.

Umgebung von Mið-Hvoll

Die Farm liegt 250 Meter hinter dem Strand und 12 Kilometer westlich von Vík í Mýrdal [Aussprache] , welches man mit dem Auto in 20 Minuten errreicht. . In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich noch ein zweiter Bauernhof, ansonsten ist man alleine. Vom Küchenfenster sehen wir den 6 Kilometer entfernten Dyrhólaey [Aussprache] und den darüber liegenden Leuchtturm. Aber des Öfteren ist uns der Blick auf dieses Naturwunder von Wolken oder Schneetreiben versperrt. Rund um den Hof ist unser Grasweideland, welches von mehreren kleinen Bächen und Gräben unterteilt wird. Der Westwind bläst fast immer und bringt viel feuchte Luft vom Meer mit. Ab und zu schneit es, aber rund um den Hof bleibt er meistens nicht lange liegen. Mit dem nächsten Regen ist er oftmals schon wieder Vergangenheit. Wenn sich die Wolken etwas lichten, hat man im Norden eine unglaubliche Aussicht auf den Gletscher Mýrdalsjökull [Aussprache] , im Westen sieht man den auffälligen Berg Pétursey [Aussprache] , im Süden ist der schwarze Strand, an dem ständig wilde Wellen brechen, falls die Sicht klar ist sieht man die Nahegelegene Inselgruppe Vestmannaeyjar [Aussprache] . und im Osten sieht man die beiden Sehenswürdigkeiten Dyrhólaey [Aussprache] und Reynisdrangar [Aussprache] . Man ist schon sehr abgeschieden hier. Ohne Auto kommt man nicht weit und so muss man gut mit sich selbst auskommen, um die Schlecht-Wetterstunden auszusitzen. Dafür hat man natürlich seine Ruhe hier. Oftmals hört man nur den Wind und das Meer und dazwischen das Bellen der Hunde oder ein «Muh» der Kühe.
 
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