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Nach meinen Gletscherhöhlen-Besuchen in der Schweiz wollte ich unbedingt auch eine isländische sehen. Leider habe ich keine richtig grosse erwischt. Dafür konnte ich als Beifahrer nun endlich einmal in einem Superjeep mitfahren.

Mit dem Superjeep zur Gletscherzunge

Für heute habe ich den Besuch einer isländischen Gletscherhöhle geplant. Am liebsten würde ich diese selber suchen und somit auch genügend Zeit haben, um sie zu fotografieren. Das ist leider nicht so leicht. Es gibt hier in der Umgebung Gletscherhöhlen im Kötlujökull. Diese sind aber ungefähr 12 Kilometer von der Ringstrasse entfernt. Deshalb schliesse ich mich einer Tour bei Katlatrack an. Wir treffen uns um 11:00 Uhr bei der Tankstelle in Vik. Unser Guide erwartet uns da mit einem umgebauten Ford Excursion. Zusammen mit mir sind wir sieben Touristen. Wir fahren auf der Ringstrasse nach Osten und biegen nach 10 Kilometern auf die alte Ringstrasse ab. Diese ist nur noch ein schneebedeckter Feldweg. Um genügend Haftung auf dem Schnee zu haben wird der Luftdruck in den Reifen reduziert. Per Mobiltelefon kann unser Guide jedes Rad einzeln ansteuern. Er reduziert den Druck von 25 psi für Asphaltstrassen auf 4.5 psi. Die Reifen sehen ziemlich platt gedrückt aus, aber dafür kommen wir durch den Schnee auch gut voran. Nach 4,5 Kilometern verlassen wir diese Piste und biegen Richtung Gletscher ab. Wir befinden uns nun auf einer riesigen flachen Ebene, welche ohne den Schnee ganz schwarz wäre. Das Land hier wäre noch zu kaufen. Man darf aber nichts darauf bauen und mit Ausnahme der Lupinen wächst hier auch nichts. Die Isländer sähten die Lupinen hier an, um sich und die Strasse vor Sandstürmen zu schützen. An der Tankstelle in Vik wurden angeblich kleine Portionen von Saatgut verteilt, die dann entlang der Strasse ausgestreut wurden. Mehrmals wurde die Gegend hier schon als Filmkulisse genutzt, am bekanntesten ist sicher die Serie «Game of Thornes» von der ein Teil hier gedreht wurde. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichen wir unser Ziel, die Gletscherzunge des Kötlujökull [Aussprache] .

Gletscherhöhlen in Island

Als wir ankommen ist eine andere Tour gerade zu Ende und wir haben somit die Höhle für uns alleine. Für die Trittsicherheit erhalten wir alle Grödel und unsere Köpfe werden mit Helm und Stirnlampe ausgestattet. Nun kann es losgehen. Nach 100 Metern Fussmarsch stehen wir vor der Höhle. Die erste Höhle besteht aus einem ca. 30 Meter langen Tunnel, in dessen Mitte ein grosser Eiszapfen von der Decke hängt. Nur wenige Eisschichten haben eine leicht bläuliche Farbe, dazwischen liegen viele schwarze Schichten, eingeschlossene Vulkanasche, die mehrere Tausend Jahre alt und nun zwischen dem Eis eingeklemmt ist. Auch das Eis ist natürlich so alt. Da es nicht meine erste Gletscherhöhle ist, bin ich nicht so sehr begeistert wie meine Mitreisenden. Doch wenn ich mir vorstelle, wie dieses Eis entstanden ist, stehen wir in einem gewaltigen Naturwunder. Pro Zentimeter Eis, das ich hier sehe, mussten einmal 8 bis 12 Meter Schnee fallen. Dieser wurde dann so fest zusammengedrückt, dass gerade noch 1 Zentimeter übrig blieb. Nach einigen Fotos geht es durch die Höhle hindurch und wir stehen wieder unter freiem Himmel.

Es wird eng in der Gletscherhöhle

Die zweite Höhle folgt gleich anschliessend. Ihr Eingang ist viel kleiner und schon nach den ersten Metern muss ich mich ducken. Wir gehen einem mehrheitlich zugefrorenen Bach entlang. Teilweise wird es so niedrig, dass wir nur noch robbend vorankommen. Doch auch bei dieser Höhle stehen wir am Ende wieder unter freiem Himmel. Die ganze Kriecherei müssen wir dann auch wieder zurück. Mein Rucksack ist danach nicht wieder zu erkennen. Er ist voller Lavastaub. Ich hätte ihn besser draussen vor der Höhle gelassen. Aktuell sind die Höhlen ziemlich stabil, da nicht viel Wasser fliesst. In wärmeren Jahreszeiten kann sich ihr Bild von Monat zu Monat ändern. Das Schmelzwasser formt die unterirdischen Gänge immer wieder neu.

Felsenhöhle Hjörleifshöfði

Im Superjeep fahren wir auf einer leicht anderen Strecke wieder zurück. Der Negativ-Rekord für die Rückkehr liegt bei 4,5 Stunden für eine Strecke von 25 Kilometern. Damals lag so viel nasser Schnee, dass sie sich mit drei Jeeps immer wieder gegenseitig aus dem Matsch ziehen mussten. Da hilft auch ein modifizierter Super Jeep für CHF 150'000.- bis 200'000.- alleine nicht mehr. Wir überqueren die Ringstrasse und besuchen die Höhle Hjörleifshöfði [Aussprache] . Eine Halle im Felsen mit vielen Eiszapfen an der Decke und einer weiteren Besonderheit. Wenn man von innen nach draussen schaut sieht der Eingang wie die Kontur von Meister Joda aus. Das ist der letzte Ort auf unserer Tour. Wir fahren zurück nach Vik.
 
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