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Momente im Denali 2019

Susitna River
Denali Highway September 2019
4. Februar 2020
Matanuska Valley
Matanuska Valley September 2019
4. MĂ€rz 2020

Drei Mal war ich im Denali Nationalpark unterwegs. Im Juli im Smog der WaldbrÀnde und auf gemeinsamen Pfaden mit den Grizzlys und im September unter den Schwingen der Kraniche. Den grossartigen Berg Denali habe ich zu meiner Freude gleich mehrmals gesehen.

Übernachtungen

Zeltplatz mit Aussicht

Nach sechs Stunden wandern im Flussbett entlang des grauen Gletscherwassers erreiche ich endlich den ersten Seitenbach, der klares Wasser von den BerghĂ€ngen ins Tal fĂŒhrt. Dem kleinen Rinnsal folge ich die steile Talflanke hoch, in der Hoffnung das BĂ€chlein verschwinde nicht gleich wieder. Ich habe GlĂŒck und erreiche ein grĂŒnes Plateau unweit vom klaren Bergbach und mit Blick auf den Gletscher am Ende des Tals. Ich komme mir vor wie auf einer Alp im Maggiatal und stelle mein Zelt fĂŒr zwei NĂ€chte auf. Bis ich aufgrund des Smogs der WaldbrĂ€nde weiter nördlich nicht einmal mehr auf die andere Talseite sehe. So macht es keine Freude mehr und ich breche meine Tour hier ab.

Karibu und Grizzly

Ich wandere ĂŒber beigen Schotterstein oberhalb einer engen Schlucht. Als ich einen Blick zurĂŒck werfe, sehe ich einen Grizzly, der in meine Richtung lĂ€uft und unterwegs Beeren frisst. Ich halte an, packe meine Kamera aus und geniesse den Moment mit diesem BĂ€ren alleine zu sein. Plötzlich rennt ein Karibu den Hang hinunter direkt auf mich zu. Als es mich bemerkt, wendet es sich um neunzig Grad und rennt dorthin, wo gerade der BĂ€r hinter der HĂŒgelkuppe verschwunden ist. Als das Karibu auch den BĂ€ren entdeckt, dreht es nochmals ab und flĂŒchtet wieder den Hang hinauf. Der BĂ€r kĂŒmmert sich weder um das Karibu noch um mich. Ich kann ihn entspannt fotografieren. Ab und zu schaut er zu mir hoch und widmet sich dann sofort wieder den Beeren. Ich beobachte ihn eine halbe Stunde, bis er hinter dem nĂ€chsten HĂŒgel verschwindet.

Elche am Mount Muldrow

Am Fusse des Mount Muldrow angekommen baue ich mein Zelt auf. Da möchte ich zwei NĂ€chte bleiben und hoffe den Denali zu sehen. TagsĂŒber lese ich ein Buch und sammle Beeren fĂŒr mein FrĂŒhstĂŒck. Plötzlich raschelt es in den mannshohen Stauden unten im Bachbett. Ich stutze, was könnte das sein? Auf meinen Ruf «Hello Bear» erschrickt etwas und ein gewaltiges Elchpaar steigt auf der anderen Seite das steile Flussufer hoch. FĂŒr einen kurzen Moment stehen sie am Horizont, hinter ihnen ist nur noch der gewaltige Denali sichtbar.

Durch den Gletscherfluss ins Gewitter

Auf dem RĂŒckweg versuche ich den Muldrow Gletscher weiter unten zu queren. Von der hohen SeitenmorĂ€ne entdecke ich einen Weg nach unten zum hoffentlich furtbaren Gletscherabfluss. Das klappt soweit ganz gut, am Gletscherfluss angekommen ist dieser aber doch grösser als erwartet. Vor allem das undurchsichtige tiefgraue Wasser ist unheimlich. Ich suche mir eine geeignete Stelle und begebe mich ins kalte Nass. Auf der anderen Seite angekommen ziehe ich wieder meine Bergschuhe an und suche einen Weg durch die unwirklich scheinende Gletscher-Vorwelt. Als ich die gegenĂŒberliegende MorĂ€ne erreiche und mir einen Weg durch die BĂŒsche bahne, beginnt es zu regnen. Der Himmel sieht tiefschwarz aus. Ich schaffe es gerade noch meine Regenjacke anzuziehen bevor es in Strömen vom Himmel giesst. In kĂŒrzester Zeit ist meine Hose komplett nass und meine Schuhe sind voll mit Wasser. Nun da ich sowieso nass bin, kann ich auch gleich weitergehen und beschliesse zu laufen bis der Regen aufhört. Mein Tagesziel habe ich schon lange erreicht und es regnet noch immer. Erst als ich das Eilson Visitor Center schon sehe, welches ich erst morgen erreichen wollte, hört der Regen auf. Da man sein Zelt nur aufschlagen darf, wenn es von der Strasse aus nicht sichtbar ist, suche ich mir einige BĂŒsche, hinter denen ich mich verstecken kann. Bei diesem Wetter wird hoffentlich niemand so genau zum Bus hinausschauen und mich zwischen den grĂŒnen BlĂ€ttern erspĂ€hen.

Karibu [Rangifer tarandus]

Am Morgen nach dem Gewitterregen bleibe ich lange im Zelt liegen. Der gestrige Tag war anstrengend und heute steht mir nur eine kurze Etappe bevor. Als ich mich doch nach draussen wage, liegt keine zehn Meter von meinem Zelt entfernt ein Karibu zwischen den BĂŒschen. Es macht auf mich einen ungesunden Eindruck. Es bewegt sich kaum. Ab und zu frisst es einige BlĂ€tter. Erst als ich das Zelt abbaue, lĂ€uft es davon.

Denali

Am zweiten Morgen auf dem Wonderlake Campingplatz schaue ich vor Sonnenaufgang aus meinem Zelt und erblicke den Denali in seiner ganzen Pracht. Unglaublich wie dieser Berg alles um sich herum um 3'000 Meter ĂŒberragt. Von der Ebene aus, wo ich mich befinde, sind es sogar 5'000 Meter, die er in die Höhe ragt. Den ganzen Morgen zeigt er sich uns, bevor er sich wieder in ein Wolkenkleid hĂŒllt.

Spiegelsee

Nach dem Campingplatz ist es Zeit fĂŒr zwei NĂ€chte im Backcountry. Wir finden einen hĂŒbschen kleinen See mit Sicht auf den grossen Berg. Am Ufer sitzend kochen wir unser Abendessen und geniessen die Aussicht, Ruhe und die Einsamkeit. In der WasserflĂ€che vor uns spiegelt sich die Alaska Range und hin und wieder zeigt sich sogar der Denali.

Kraniche

Immer wieder hört man Vogelstimmen und bald darauf zieht hoch am Himmel ein Schwarm grosser Vögel vorbei. Zuerst dachte ich, es seien KanadagĂ€nse. Auch sie haben die Eigenart nicht ruhig fliegen zu können. Doch es handelt sich hier um Kanada Kranich [Grus canadensis]. Zu Tausenden sammeln sie sich hier, um gemeinsam in den SĂŒden zu fliegen. Manchmal ganz chaotisch, ein anderes Mal ziehen sie in einer perfekten V-Formation am Himmel vorbei. Immer mit gestreckten weissen HĂ€lsen und weit gespannten FlĂŒgeln. Wir haben das GlĂŒck, sie von ganz nahem zu sehen, eine grosse Gruppe fliegt knapp ĂŒber unsere Köpfe hinweg und verschwindet langsam am Abendhimmel.

Zwei Karibus

Auf einem Spaziergang entlang der HĂŒgelkuppe entdecken wir in der Ebene zwei mĂ€chtige Karibus. Sie liegen auf einem kleinen Kiesplatz. Von weitem können wir sie mit unseren FernglĂ€sern lange beobachten. Plötzlich steht das eine auf und stubst mit seinem Geweih seinen Kumpanen in den RĂŒcken. Dieser steht auch auf und gemeinsam ziehen sie weiter.
 
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