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Dalton Highway Ende Juli 2019

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Der Dalton Highway, die Strasse entlang der Pipeline bis nach Deadhorse, f├╝hrt einem nochmals vor Augen wie gross und weitl├Ąufig Alaska ist. Vom Borealen Wald ├╝ber die Berge der Brooks Range bis zur n├Ârdlichen Tundra durchf├Ąhrt man hier drei verschiedene Landschaftsarten.

Moschusochse

Moschusochse

gesehen
Karibu

Karibu

gesehen

Fuchs

gesehen
Kranich

Kranich

gesehen

├ťbernachtungen

Dachzelt
5

Dachzelt

Huette
2

Cabin

Sonnenaufgang

3:53

Sonnenaufgang
Sonnenuntergang

23:58

Sonnenuntergang

Wiedersehen mit Rebecca und Johann

Den ganzen Juni und auch anfangs Juli hat es rund um Fairbanks nicht geregnet. ├ťberall sind Waldbr├Ąnde ausgebrochen und Wasser haben vor allem noch jene Fl├╝sse, welche von Gletschern gespiesen werden. Ich kehre gerade von f├╝nf Tagen Backcountry Camping im Denali zur├╝ck und nehme wieder Kontakt mit Rebecca und Johann auf. Sie k├Ânnen ihre geplante Kanutour leider nicht antreten, da der Beaver Creek zu wenig Wasser f├╝hrt. Daher treffen wir uns in Fairbanks und werden Alaska drei Wochen lang gemeinsam erkunden. Im Visitor Center in Fairbanks erkundige ich mich ├╝ber den Dalton Highway und die Moschusochsen, die es kurz vor Deadhorse h├Ąufig zu sehen gibt. Am n├Ąchsten Tag statten wir dem Visitor Center gemeinsam nochmals einen Besuch ab, um einige Sachen im Internet zu erledigen. Ich treffe wieder die gleiche Frau wie gestern. Sie fragt mich, wo wir ├╝bernachten. Die Wiese hinter dem Carlson Sport Zentrum, auf der ich meine N├Ąchte in Fairbanks jeweils verbracht habe, gef├Ąllt ihr nicht wirklich. Kurzerhand l├Ądt sie uns zu sich nach Hause ein. Sie habe ein Cabin und wir d├╝rften dieses nutzen. Zu diesem Angebot sagen wir nat├╝rlich nicht nein und werden Zeuge der sehr grossz├╝gigen Gastfreundschaft Alaskas. Michaela wohnt am Stadtrand von Fairbanks in einem Studio direkt an einem kleinen See. Als wir bei ihr ankommen, sehen wir sogar noch eine Elchkuh inklusive Nachwuchs. Diese beiden spazieren durch das hohe Gras des Nachbargrundst├╝cks.
Am n├Ąchsten Morgen werden wir verw├Âhnt mit Eiern, Speck und Fr├╝chten. Sie hat sichtlich Freude an unserem Besuch und l├Ąsst uns fast nicht mehr gehen . Wir aber m├╝ssen f├╝r die kommenden Tage alle unsere Lebensmittel einkaufen und kurz vor sieben landet Rebeccas Bruder Samuel auf dem Flughafen. Er kommt sie besuchen. Nach dem freudigen Wiedersehen machen wir uns noch heute Abend auf den Weg Richtung Norden und fahren aus der Stadt hinaus zur Chatanika State Recreation Area.

Baustellen und Waldbr├Ąnde am Dalton Highway

Die ersten 100 Kilometer fahren wir auf dem Elliott Highway bis nach Livengood. Hier am Abzweiger nach Manley Hot Springs beginnt der Dalton Highway. Auf uns warten 666 Kilometer Strasse nach Norden. Mit dem Privatauto kann man bis Deadhorse, der Siedlung vor dem ├ľlbohrgebiet Prudhoe Bay, fahren. Anscheinend sei die Schotterpiste nicht ganz ungef├Ąhrlich f├╝r Autos. Platte Reifen und gesprungene Scheiben vom Steinschlag der grossen Trucks sollen an der Tagesordnung sein. Wir sind dagegen gewappnet. Mit zwei Ersatzreifen und vier Kanistern Zusatzbenzin machen wir uns auf den Weg. ├ťber die anf├Ąnglich asphaltierte Strasse fahren wir durch das Waldbrandgebiet. Die letzten L├Âscharbeiten sind noch im Gange. Grosse Feuer sind aber nicht mehr sichtbar. Nur ab und zu steigt eine kleine Rauchfahne aus dem Wald auf. Gebrannt hat es bis zur Strasse und sogar auf die andere Seite. Rechts und links stehen nur noch die verkohlten St├Ąmme in einem Meer aus Asche. Es ist bew├Âlkt und mehrheitlich trocken. Nur wenn wir anhalten und aussteigen, beginnt es immer gleich zu regnen.
Nach einiger Zeit erreichen wir das erste St├╝ck Schotterpiste. Da die Strasse durch die extremen Wetterunterschiede von Sommer und Winter sehr stark leidet, sind sie hier ├╝berall am Bauen und Ausbessern. Daher gleiten wir auf einer Strasse fast ohne Schlagl├Âcher z├╝gig dahin, aber unser weisses Auto ist nach kurzer Zeit schlammbraun. Immer wieder versuchen wir unser Angelgl├╝ck in verschiedenen B├Ąchen. Lachse erwischen wir leider keine. Daf├╝r beissen f├╝nf Eschen an unsere Haken an und bessern so dreimal unser Abendessen auf. F├╝r mich ist es eine Premiere. Mein erster selbst geangelter Fisch.
Da war mein Auto noch weissAuf der feuchten Strasse wurde es immer dunkler

Sukakpak Mountain

Nach zwei Tagen Fahrt erreichen wir die Brooks Range. Auf diesen Strassenabschnitt habe ich mich am meisten gefreut. Berge sind eben doch interessanter als der m├Ąssig h├╝gelige Boreale Wald. Auf halbem Weg nach Deadhorse befindet sich der Sukakpak Mountain. Ein frei stehender pyramidenf├Ârmiger Berg. An dessen Fuss, beim Zusammenfluss von Dietrich River und Bettles River, finden wir auf der Kiesbank einen wunderbaren Platz zum ├ťbernachten. In Fussdistanz befindet sich ein kleiner See und per Drohne lassen sich noch viele weitere Seen im Sumpfgebiet erkunden. Gegen Abend kommt leichter Regen auf, wodurch der farbige Sonnenuntergang leider zunichte gemacht wird.

Moschusochsen

Der Dalton Highway f├╝hrt uns am n├Ąchsten Tag ├╝ber den Atigun Pass und bis zum Galbraith Lake. Dieser liegt auf der Nordseite der Brooks Range vor der grossen Ebene, welche sich bis zum Arktischen Ozean erstreckt. Wir machen Mittagspause und fordern nochmals unser Anglergl├╝ck heraus. Leider beisst keiner an. Zur├╝ck im Auto sehen wir am Strassenrand einen Fuchs, welcher erfolgreicher im Jagen war als wir. Er tr├Ągt sieben M├Ąuse in seinem Mund davon, bis er von einer K├╝stenseeschwalbe gest├Ârt wird und seine Beute fallen l├Ąsst. Etwa 100 Meilen vor unserem Ziel tauchen die grossen Wildtiere auf. Am Strassenrand grast eine Gruppe Moschusochsen, bestehend aus etwa einem Dutzend Erwachsenen und mehreren K├Ąlbern. Die friedlichen Tiere fressen hier gen├╝sslich die Pflanzen am Strassenrand. Nur ab und zu kommen untereinander Feindseligkeiten auf. Diese werden dann mit einem gegenseitigen K├Âpfe zusammenstossen ausgetragen. Die Ochsen, die etwas kleiner sind als unsere K├╝he, machen einen urt├╝mlichen Eindruck. Mit ihren gebogenen H├Ârnern und dem langen Fell, das sie wie einen Rock tragen, w├╝rden sie gut zu Mammut und S├Ąbelzahntiger passen.
Etwas weiter n├Ârdlich steht eine kleinere Gruppe Ochsen auf einer Insel im Fluss. Wir ├╝bernachten am Flussufer auf dem Kiesstr├Ąsschen, das uns hier gl├╝cklicherweise ganz nahe an die Moschusochsen bringt. Ich male mir schon aus, welche Bilder es hier in ein paar Stunden geben k├Ânnte, wenn die Sonne ganz tief am Horizont steht . Leider wollen die Wildtiere nicht mitspielen. Sie verlassen die Insel und wandern flussaufw├Ąrts ins sumpfige Umland.

Deadhorse

Die letzte Etappe bringt uns durch die flache Tundra bis nach Deadhorse. Auf den letzten Kilometern sehen wir einige vereinzelte Karibus, die hier noch am Grasen sind. Deadhorse ist wahrlich kein Schmuckst├╝ck. Die Ortschaft, in der die ├ľlarbeiter von Prudhoe Bay leben, besteht aus einigen Wohnbl├Âcken, einem kleinen Laden, zwei Tankstellen und vielen Industriebauten mit vielen Fahrzeugen und Baumaschinen. Das Nordpolarmeer besuchen wir nicht. Mit dem Privatfahrzeug gibt es keinen Zugang ans Meer. Man m├╝sste eine Tour buchen, um durch Prudhoe Bay zu fahren. Weil es einen Sicherheitscheck erfordert, m├╝sste die Reservierung aber 24 Stunden vor Tourantritt erfolgen. Das und der Preis von 65$ f├╝r zwei Stunden schrecken uns ab. Nach dem Auftanken zu europ├Ąischen Benzinpreisen und einer kleinen Runde durch die Siedlung begeben wir uns auf den R├╝ckweg.

Schnee am 1. August

Wir fahren wieder nach S├╝den bis zu einem sch├Ânen ├ťbernachtungsplatz am Fluss. Andere Reisende haben hier vor wenigen Tagen Moschusochsen im Flussbett gesehen. Wir leider nicht. Von der Brooks Range ziehen dunkle Wolken auf und schon bald fahren wir durch den Regen. Dieser wechselt auf dem Atigunpass zu Schneefall und das am 1. August. Wir durchqueren fast die gesamte Brooks Range und ├╝bernachten in einer Waldlichtung am South Fork Bonanza Creek. Weil die Waldbrandgefahr immer noch hoch ist, verzichte ich schweren Herzens auf ein 1. August Feuer.

Zur├╝ck nach Fairbanks

Der letzte Tag auf dem Dalton Highway ist von Nebel und wenig Sicht gepr├Ągt. Wir essen sogar unser Mittagessen im Auto, weil der Nieselregen keine Pause einlegen will. Zur├╝ck in Fairbanks besuchen wir Michaela im Visitor Center und d├╝rfen nochmals eine Nacht in ihrem Cabin verbringen. Auch wenn das Licht aus fotografischer Sicht in der Brooks Range wieder nicht mitgespielt hat, war es doch ein toller Ausflug in den Norden Alaskas. Ich habe mich ├╝ber die Sichtung der Moschusochsen besonders gefreut und war ├╝berrascht wie gut der Strassenzustand ist. Ungef├Ąhr ein Drittel der Wegstrecke war sogar asphaltiert, die restlichen Schotterabschnitte wiesen fast keine Schlagl├Âcher auf und waren gut zu befahren.
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