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Kenai Penisula August 2019

Der schönste Berg entlang des Dalton Highways
Dalton Highway Ende Juli 2019
1. Januar 2020
Stairway Icefall
Von Anchorage nach Dawson City August 2019
24. Januar 2020

Auf der Kenai Peninsula versuchen wir Lachse zu fischen, halten Ausschau nach Bären und bestaunen die grossen Gletscher. Wir geniessen die langen Tage und das warme Wetter, das uns sogar zu einem Bad im See verleitet.

Elch

gesehen

Adler

gesehen
Lachs

Lachs

gesehen
Seeotter

Seeotter

gesehen

Übernachtungen

Dachzelt
1

Dachzelt

Biwak
10

Biwacksack

Sonnenaufgang

5:39

Sonnenaufgang
Sonnenuntergang

22:25

Sonnenuntergang

Wir folgen dem Sonnenschein

Nach dem Dalton Highway überlegen wir unser nächstes Ziel. Zu viert gibt es natürlich verschiedene Wünsche und Erwartungen. Wir entscheiden uns gemäss den Wetterprognosen und fahren Richtung Kenai Peninsula. Auf dieser Halbinsel südlich von Anchorage ist für jeden etwas dabei. Es gibt viele Lachsflüsse, Bären wurden auch schon gesichtet, Gletscher vom gewaltigen Harding Icefield und einige Städtchen am Meer wie Homer und Seward liegen ebenfalls auf der Halbinsel.

Viele Kilometer bis ans Meer

Zuallererst steht uns eine lange Fahrt bevor. Von Fairbanks geht es nach Süden vorbei am Denali Nationalpark zu den ersten Lachsen. Doch die Tiere hier am Montana Creek sind nur zum Anschauen. Für uns Menschen sind sie nicht mehr geniessbar. Sie sind schon zu nahe an ihrem Laichgebiet und deshalb schon langsam am Verfaulen. Am nächsten Tag fahren wir durch Anchorage und um das Cook Inlet herum, um schlussendlich das erste Mal am Pazifik zu übernachten. Das Ufer ist stark geprägt von Ebbe und Flut. Als wir am Strand ankommen, stehen wir vor einer riesigen Schlammbucht, doch bis 11:00 Uhr abends soll die Flut kommen. Wir machen ein Lagerfeuer und zeichnen das Dog Spielfeld auf den Campingtisch. Da wir zu viert unterwegs sind, ist das das ideale Spiel für uns.

Aurora Borealis

Als es langsam eindunkelt, blase ich meine Matratze auf und lege mich in den Schlafsack an den Strand. Bevor ich richtig einschlafe, sehe ich am Himmel etwas leuchten. Ich kann es kaum glauben, das könnten Nordlichter sein. Ich mache ein Foto und wirklich der Himmel leuchtet grün und das Grün wird immer stärker. Ich richte die Kamera besser aus, lasse sie automatisch Bilder aufnehmen und wecke meine Freunde, die oben am Ufer im Zelt schlafen. Es ist der 4. August. In Fairbanks sieht man seit zwei Tagen wieder die ersten Sterne am Himmel und hier etwas weiter südlich sehe ich eines meiner schöneren Nordlichter. Unglaublich!

Auf der Suche nach Lachsen und Bären

Ich bin überglücklich nach diesem Naturschauspiel letzte Nacht. Nun möchten wir gerne noch das andere Naturschauspiel sehen, die stromaufwärts schwimmenden Lachse. Wir werfen unsere Angeln am Kenai River ins Wasser - doch vergebens. Irgendwie erwischen wir nicht die richtige Stelle. Nach Cooper Landing verlassen wir den Sterling Highway, um unser Nachtlager am Hidden Lake aufzuschlagen. Wir ergattern einen Platz direkt am See und nutzen die Gelegenheit für ein Bad. Trotz Rekordhitze in Alaska ist das mein einziges Bad in einem natürlichen See diesen Sommer. Im Hidden Lake sollen jedes Jahr 30'000 Lachse schlüpfen, doch wir treffen nicht den richtigen Zeitpunkt. Am kleinen Ausfluss des Sees hat es eine Lachs-Forschungsstation und da schwimmen nur ganz wenige Lachse herum. Auch Bären beim Fischen entdecken wir leider nicht. Nur ganz kurz erhaschen wir einen Blick auf einen Schwarzbären, der vor uns von der Strasse ins Gebüsch flieht. Nach einer Nacht am Skilak Lake wieder direkt am Ufer fahren wir zurück auf den Highway nach Soldotna.

Lachszähler in Soldotna

Neben dem Visitor Center hat es dem Kenai River entlang einen Holzsteg, um von da aus Lachse zu fischen. Wir halten natürlich an und bemerken, dass sie hier die Lachse zählen, die flussaufwärts schwimmen. Am 5. August 2019 schwimmen 72'411 Rotlachse den Kenai River hoch. Da sollte es doch möglich sein einen mit der Angel heraus zu ziehen. Johann gibt sich die grösste Mühe und steht drei Stunden mit den Fischerstiefeln bis zu den Hüften im kalten Wasser, doch anbeissen tun die Lachse nur an den Angeln der anderen Fischer. Wir beraten unterdessen, ob wir in Seward noch eine Bootstour in den Kenai Fjords National Park unternehmen möchten. Ein schwieriges Thema. Jeder sieht es etwas anders, von einer teuren Tagestour in einem grossen Boot über eine kürzere Fahrt in einem kleinen Boot bis zum Verzicht auf die Attraktion sind zu Beginn alle Meinungen vorhanden. Daher kommen wir heute zu keinem Resultat. Das Ganze muss nochmals ausdiskutiert werden. Auch das Lachsfangen verschieben wir und übernachten wieder am Meer mit Blick auf die Vulkane Mount Iliamna und Mount Redoubt.

Homer, Heilbutt-Hauptstadt an der Kachemak Bay

Am nächsten Tag besuchen wir Homer. Die Stadt am Ende des Sterling Highways gilt als Hauptstadt der Heilbutt-Fischerei. Auf dem Homer Spit, der Landzunge, die weit in die Bucht hinaus reicht, können wir auch gleich einem Fischerboot zuschauen, wie es Hunderte von Heilbutten auslädt. Die Fischer waren mehrere Tage auf dem Meer und sind mit reicher Beute dieses sehr leckeren Speisefisches nach Hause gekommen. Auf Homer Spit gibt es das sogenannte Fishing Hole, ein kleiner Tümpel, welcher durch Ebbe und Flut mit Meerwasser gespült wird. Bei Flut, wenn das Wasser ins Land hineinfliesst, kommen ganz viele Lachse aus dem Meer zurück, weil sie hier vor einigen Jahren ausgesetzt wurden. Auch hier versuchen wir unser Abendessen selbst zu fangen, doch es will einfach keiner anbeissen. Da wir mit Heringfleisch am Haken angeln, sind auch einige Möwen zur Stelle. Mehrmals versucht eine Möwe meinen Köder zu schnappen, bis sie im Flug mit dem Heringstück im Mund von der Angelschnur zurückgehalten wird und den Köder fallen lässt. Ein kleiner einheimischer Junge, vielleicht 12 Jahre alt, angelt in der gleichen Zeit wie wir und fängt sechs schöne Lachse. Irgendetwas macht er besser. Aber wir wissen nicht was. Auch heute Abend gibt es keinen Fisch für uns.

Der erste Lachs beisst an

Nach einer weiteren Partie Dog auf dem Campingtisch fahren wir spätabends kurz vor dem Eindunkeln wieder nach Soldotna. Diesmal geht unser Plan auf. In der Dämmerung sehen wir sechs Elche am Strassenrand.
Da der Sterling Highway eine Sackgasse ist, fahren wir denselben Weg zurück und halten wieder am Kenai River neben dem Visitor Center. Wir sind die ersten Angler und Johann besetzt jenen Platz, der letztes Mal am erfolgreichsten war. Direkt neben einem grossen Stein, um den die Lachse wohl herum schwimmen müssen. An dieser Stelle sind die Fischerregeln so, dass der Haken im Mund des Lachses sein muss. Falls sich der Wiederhaken am Körper verfängt, muss man den Fisch zurück in den Fluss legen. Den ersten Fisch, den Johann herauszieht, ist genau so einer, wo der Haken im Körper steckt. Es sind noch zwei ältere Herren am Fischen. Der eine meint, wir können den Lachs behalten, der andere, der nebenan im Wasser steht, sagt uns, dass das nicht in Ordnung sei. Anständig wie wir sind, lässt ihn Johann wieder zurück ins Wasser gleiten. Der Herr, der uns den Lachs nicht gegönnt hat, zieht etwas später vier seiner sechs Lachse illegal heraus. Den Haken im Mund hatten nur zwei. Das ist doch etwas verstörend. Insbesondere, weil die Männer uns zuvor erzählt haben, dass ihre Gefrierer voll mit Lachs seien und sie nicht mehr wissen, wohin sie damit sollen. Johann ist unglaublich geduldig und fischt weiter, bis der Haken im Mund eines Rotlachses steckt und er ihn an Land ziehen kann. Es hat doch noch geklappt. Überglücklich über diesen Fang verlassen wir Soldotna und machen uns auf den Weg nach Seward.
 
 

Seward und Exitglacier

Wir finden einen Traumplatz zum Übernachten. Ein kleiner Waldweg führt durch mehrere Pfützen bis wir den Snow River erreichen. Wir durchfahren zwei Flussarme und übernachten mitten auf der Kiesbank. Hier braten wir den geangelten Lachs.
In Seward gibt es einen grossen Zeltplatz mitten in der Stadt direkt am Meer. Wir finden einen der letzten freien Plätze und geniessen wieder einmal eine Dusche. Seward hat eine für alaskische Verhältnisse schöne Hauptstrasse mit Cafés und Souvenirläden. Auch im Hafen ist reger Betrieb, wir beobachten einige Fischer, wie sie ihren Fang filetieren und portionenweise zuschneiden. Unweit vom Strand entdecken wir einige Seeotter, wie sie im Meer herumtollen, sich auf den Rücken legen, um gemütlich ihre Muscheln zu essen oder den Kopf so weit wie möglich über Wasser strecken, um sich eine Übersicht zu verschaffen. Weiter geht’s zum Exitglacier. Eine Gletscherzunge die vom Harding Icefield bis fast auf Meereshöhe herunter führt. Sie ist touristisch gut erschlossen und dementsprechend viel besucht. Nach einer kleinen Wanderung parken wir unseren Truck auf einer grossen Kiesbank im Flussbett. Das gefällt mir besonders gut, da es hier viel Schwemmholz gibt, welches darauf wartet verbrannt zu werden. Heute gibt es ein besonders grosses Lagerfeuer und daher können wir Dog bis zum Eindunkeln unter freiem Himmel an der Wärme spielen.

Whittier, noch mehr Gletscher und Lachse

Unser letzter Zielort ist das Hafenstädtchen Whittier oder besser gesagt der Portage Gletscher. Wir fahren durch den einspurigen Tunnel, welcher von Autos, Lastwagen und dem Zug jeweils abwechselnd in beide Richtungen befahren wird. Am Meerufer sehen wir Einheimische am Fischen. Während Rebecca und Samuel das Hafenstädtchen anschauen, bewaffnen sich Johann und ich mit der Angelrute und stapfen zum Meer. Hier fliesst ein kleiner Bergbach hinein. Auch dieser ist gefüllt mit Lachsen. Man sieht sie von blossem Auge. Einen kann ich in diesem kleinen Fliessgewässer sogar mit den Händen fangen. Doch er ist nicht mehr geniessbar. Wir wandern zur Einmündung des grössten Flussarms und versuchen es da. Die Lachse, die noch im Meer sind und noch nicht im Fluss, sollten eher noch geniessbar sein. Tatsächlich fängt Johann nochmals einen schönen Lachs, den wir zum Abendessen verspeisen.
Am nächsten Morgen wandern wir mit dem Frühstück im Rucksack den Pass hoch und geniessen unsere erste Mahlzeit dieses Tages mit Blick auf den See und Gletscher.

Die Wege trennen sich

Da ich meine Eltern zu Besuch erwarte, wird es Zeit Abschied zu nehmen. Wir fahren bis zum Knik River, um da unseren letzten gemeinsamen Abend mit einem Dog zu geniessen. Am nächsten Tag bringe ich die drei bis zum Highway, damit sie per Autostopp zum Denali Nationalpark fahren können.
Abschiede von lieben Menschen fallen mir auf dieser Reise immer schwer. Es macht einfach Spass mit mehreren Leuten unterwegs zu sein. Heute ist es etwas einfacher, da ich gleich meine Eltern vom Flughafen abhole, um die nächste Entdeckungstour durch Alaska zu starten. Liebe Rebecca, lieber Johann und Samuel, vielen lieben Dank für die gemeinsame Zeit mit euch und bis zum nächsten Mal.
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