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Piz Terri 21. Juli 18

Sonnenstrahlen über dem Urnerboden
Clariden 28. Juli 18
24. August 2018
Piz Valdraus 3'096m ü. M.
Piz Valdraus 22. Juli 18
5. September 2018

Die Greina Hochebene war schon lange auf meiner Wunschliste. Den Piz Terri hatte ich aber nicht vorgesehen. Das nasse Wetter und die schlechte Felsqualität am Piz Vial haben uns aber dazu bewogen umzuplanen. Allen gut trainierten Wanderern kann ich den Umweg über den Piz Terri nur empfehlen.

Zustieg von Vrin in die Terrihütte

10 km

Tour

5h

Unterwegs

1188 hm

Bergauf

468 hm

Bergab

Mit der SBB, der RHB und dem Postauto fahren wir nach Vrin, zufälligerweise am Wochenende vom Openair Val Lumnezia. An der Zeltstadt sind wir schnell vorbei und starten im beschaulichen Vrin. Bei Sonnenschein und wenigen Wolken wandern wir der Strasse entlang bis Puzzatsch. Bis hier würde auch ein Postauto fahren. Wir haben den Weg der Strasse entlang als Einlaufstrecke genutzt. Leicht oberhalb der Ava da Diesrut führt der schöne aber steile Wanderweg über die Alp bis zum Pass Diesrut. Kurz davor machen wir im Windschatten Mittagspause. Gemäss Wetterbericht müssten wir schon nass sein. Bis anhin haben wir aber nur wenige Tropfen gespürt. Gestärkt wandern wir weiter über den Pass, dahinter taucht die hell erleuchtete Greina Hochebene auf. Wir pausieren ein zweites Mal. Nach einigen Fotos legen wir uns je auf einen grossen Stein und schlafen in der Sonne.
Um zur Hütte zu gelangen steigen wir nochmals 150 hm zum Rein da Sumvitg ab. Die geplante Hängebrücke, um direkt zur Camona da Terri CAS zu gelangen, gibt es leider noch nicht. Wir steigen einige Meter den Muot la Greina hoch, um die Felspartien zu umgehen, und kurze Zeit später stehen wir vor der mächtigen Terrihütte.

Hüttenleben auf der Camona da Terri CAS

Die SAC Hütte bietet 100 Schlafplätze. Wegen des schlechten Wetterberichts sind aber nur wenige Gäste hochgestiegen. Bis zum Essen vergehen noch mehr als zwei Stunden. Wir geniessen die Terrasse, richten unser Vierer-Zimmer ein und planen unsere grosse Etappe über die vier 3’000er. Zum Abendessen wird zuerst eine Bölleli-Suppe serviert, anschliessend ein Grüner Salat mit Rüebli und als Hauptspeise ein Steinpilzrisotto. Wir essen wieder einmal köstlich wie in den Bündner SAC-Hütten üblich. Abgerundet wird das Nachtessen mit einem Stück Tiramisù-Roulade. Nach dem Dessert spielen wir mehrere Runden Ligretto, bis wir merken, dass nicht alle Farben gleich viele Karten haben und somit von Chancengleichheit keine Rede sein kann. Vor dem Schlafengehen besprechen wir unsere geplante Tour mit dem Hüttenwart. Er rät uns von unserer Route ab, weil die Verbindungsgrate zwischen Piz Greina, Piz Vial, Piz Gaglianera und Piz Valdraus ziemlich brüchig sind und das Wetter morgen eher mässig sein wird. Stattdessen schlägt er uns die Tour auf den Piz Terri 3'149 m ü. M. vor. Wir beschliessen diesen Umweg zur Capanna Scaletta CAS zu nehmen und gehen um 22:30 Uhr schlafen.

Piz Terri 3'149 m ü. M.

17 km

Tour

10h

Unterwegs

1313 hm

Bergauf

1266 hm

Bergab

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen wolkenverhangenen Himmel. Ich bleibe noch eine Stunde im Bett liegen. Schon bald wird es ziemlich warm in unserem Vierer-Zimmer, ansonsten ist es sehr angenehm, ein Zimmer für uns alleine zu haben. Um 7:00 Uhr essen wir Frühstück und eine Stunde später wandern wir bei Sonnenschein zurück bis Camona und in die Greina Hochebene hinein. Vor dem Val Canal verlassen wir den Wanderweg in Richtung Süd-Ost und finden bald einen anderen Weg, welcher uns hinauf führt. Vorerst peilen wir den Piz Ner 2'766 m ü. M. an. Im Gebiet Canal können wir die Flussseite wechseln und erklimmen die Ebene des Laghet la Greina in einem weiten Bogen nach Westen. Der Weg ist gut sichtbar in dieser rauen steinigen Landschaft. Am See angekommen machen wir Znüni-Pause mit herrlichem Blick in Richtung Piz Terri. Der Gipfel versteckt sich leider im Nebel, aber rund um den See liegt eine wunderschöne Landschaft.
Den See passieren wir an dessen Westufer und steigen auch westlich von seinem Zufluss weiter nach oben. Wir bewegen uns immer noch auf einem Weg. Dieser führt bis zum Punkt 2745. Nun beginnt der Gipfelgrat. Wir seilen uns an und deponieren einen Teil der Ausrüstung. Weil wir bald im Nebel wandern werden, ziehen wir uns warm an. Mütze, Handschuhe und Jacken kommen zum Einsatz und dies mitten im Sommer, im Juli. Zuerst steigen wir ein steiles Schieferfeld in Wegspuren hoch. Unser Ziel ist der weisse Pfosten. Von diesem führt die Route durch einen Kamin auf den eigentlichen Gipfelgrat. Auch hier findet sich noch ein Weg. Wir wandern in der Südflanke zum Gipfel empor. Der Nebel wird dichter und dichter und wir sehen den Gipfel immer noch nicht. Mehrheitlich führt ein schöner Weg durch das steile Gelände, nur wenige Stellen erfordern Hilfe durch die Hände. Plötzlich taucht das Stahlkreuz auf dem Gipfel aus dem Nebel auf. Und wir stehen nach fünf Stunden auf dem Piz Terri 3'149 m ü. M. Aussicht haben wir leider keine und Sonne auch nicht, dafür ein Glücksgefühl, endlich am Ziel angekommen zu sein. Ohne Wind auf dem Gipfel ist es wärmer als erwartet und höchste Zeit für die Mittagspause.

Abstieg zur Capanna Motterascio

Auch der Abstieg funktioniert gut. Durch den Kamin hinab kann ich meine zwei Wanderkollegen und die Wanderkollegin sichern. Mittlerweile regnet es leicht und wir gehen zügig weiter, um aus den Wolken zu kommen. Zur Hütte Motterascio führt ein blauweisser Alpin Wanderweg. Wir sind froh nicht hier aufgestiegen zu sein. Unsere Route war landschaftlich viel schöner und abwechslungsreicher. Die Hütte erreichen wir um 16:00 Uhr und treffen wieder dieselben Wanderer wie in der Terrihütte. Eine Gruppe die den 70-igsten Geburtstag ihres Vaters feiert. Es wäre gemütlich hier zu übernachten, insbesondere da die Aussicht auf den Stausee phänomenal ist. Wir haben unsere Schlafplätze aber in der Capanna Scaletta SAT reserviert und daher noch zwei Stunden Wanderung vor uns.

Durch die Greina Hochebene

Über leichtes Auf und Ab und vorbei an vielen Murmeltieren gehen wir zurück Richtung Greina Ebene. Am Grap la Crusch biegen wir nach Osten ab. Die Sonne drückt ab und zu durch die Wolken und wir geniessen trotz müder Beine den Blick über die Plaun la Greina. Ganz besonders schön ist die Schlucht, durch die der Rein da Sumvitg fliesst. Wir wandern weiter Richtung Westen, aber die Hütte kommt und kommt nicht näher. Nach dem Passo della Greina zeigt der Wegweiser noch 30 Minuten an. Das kann doch nicht sein, es ist schon 17:45 Uhr und wir sehen die Hütte noch nicht. Zu allem Unglück geht es sogar noch steil nach unten. Das müssen wir morgen alles wieder hoch. Endlich sehen wir die Capanna Scaletta SAT. Das dreieckige Haupthaus mit dem kubischen Anbau steht zuvorderst am Abgrund. Dieses Mal erhalten wir vier Betten im Massenlager. Nach der Gerstensuppe gibt es Kartoffelstock mit Geschnetzeltem an einer Gemüsesauce. Zum Dessert Schokoladencreme und Grappa. Der Sonnenuntergang sieht vielversprechend aus, aber es hat dann doch zu viele Wolken. Ich schreibe meinen Tagebucheintrag und gehe um 22:00 Uhr müde aber zufrieden zu Bett.
Wie es uns in den beiden folgenden Tagen auf dem Piz Valdraus ergangen ist seht ihr im nächsten Beitrag.

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