parallax background

Clariden 28. Juli 18

24. August 2018
Packrafting auf der So─Źa
European Packrafting Meet-up April 18
7. August 2018
Plaun la Greina
Piz Terri 21. Juli 18
3. September 2018

Viele Hochtouren gibt es nicht, die man vom Mittelland aus in einem Tag machen kann. Der Clariden 3ÔÇÖ267 m ├╝. M. bietet sich daf├╝r an und ist zudem eine abwechslungsreiche einfache Tour.

Clariden Eintages Hochtour

Vor zwei Wochen habe ich am Samstagmorgen nach dem Sonnenaufgang auf der Spitzmeilenh├╝tte in einem Buch ├╝ber 50 Hochtouren in der Schweiz gebl├Ąttert. Unter anderem ist mir die Tour auf den Clariden ins Auge gestochen. Vom Klausenpass kann man diesen 3000er auch an einem Tag erreichen.
10 km

Tour

7h

Unterwegs

1381 hm

Bergauf

1381 hm

Bergab

Sonnenaufgang auf dem Klausenpass

Zusammen mit meinem Bruder bin ich am Samstagmorgen um 4:00 Uhr aufgestanden und zum Klausenpass hoch gefahren. P├╝nktlich zum Sonnenaufgang sind wir auf 1'948 m├╝. M. angekommen. Auch auf diesem Parkplatz, wie schon auf vielen Pl├Ątzen der Strasse entlang, stehen auff├Ąllig viele Campingbusse. Um diese Zeit finden wir noch gut einen Parkplatz neben dem kleinen Restaurant. Vom Klausenpass f├╝hren verschiedene Wege die s├╝dliche Talseite hoch. Wir nehmen den steilsten. Auf dem grossen Wegweiser ist er gar nicht vermerkt. Aber das macht nichts. Man geht ganz einfach ├Âstlich an der Kappelle vorbei und dann sieht man die Wegspuren sofort. Wir steigen ziemlich z├╝gig auf. Im Moment k├Ânnen wir noch angenehm im Schatten wandern. Einige Wolken im Osten verdecken die Sonne. ├ťber Grasmatten f├╝hrt der Wanderweg direkt in Richtung S├╝den. Ich bestaune die umliegenden Berge und geniesse die fr├╝hen Morgenstunden. Neben dem ┬źH├Âch Windg├Ąllen┬╗ zeigt sich ein kleiner Regenbogen durch die vorbei ziehenden Gewitterwolken. Wir bleiben bis jetzt noch vom Regen verschont.
Immer wieder dr├╝ckt die Sonne durch die Wolkendecke und f├╝r fast eine Stunde spielt sich ein unglaublich sch├Ânes Lichtspiel ├╝ber dem Urnerboden ab. Die geschlossene Wolkendecke gibt der Szenerie zwar eine d├╝stere Note, doch die von Osten her durchbrechenden Sonnenstrahlen beleuchten die gr├╝nen Wiesen unter uns. Ich komme aus dem Staunen fast nicht hinaus. Unten am Gletschersee sehen wir zwei oder drei Zelte. Ich hoffe diese Leute sind auch zum Sonnenaufgang aufgestanden und d├╝rfen diese unglaubliche Lichtstimmung miterleben. Wir reissen uns vom nat├╝rlichen Lichtspektakel los und wandern weiter Richtung Isw├Ąndli. Die Gletscherkante sehen wir schon von weit unten. Aber es t├Ąuscht gewaltig, wir erreichen den Gletscher erst nach zwei Stunden Wanderzeit.

├ťber den Gletscher ins Gewitter

Das Isw├Ąndli war bei der Erstbegehung 1901 noch eine richtige Herausforderung. Heute ist es nur noch das steile Ende eines kleinen Gletschers. Westlich vom Eis kommen schon die Felsen zum Vorschein, wir nutzen diese, um ohne Eiskontakt noch etwas h├Âher zu steigen. Aus 2ÔÇÖ963 m ├╝. M. seilen wir uns an und montieren die Steigeisen. Der Gletscher ist einfach zu begehen. Auf dem Weg zum h├Âchsten Punkt unter dem ┬źChammlijoch┬╗ m├╝ssen wir nur eine richtige ca. 60 cm breite Spalte ├╝berqueren. Ansonsten gehen wir ├╝ber Eis oder eine sehr nasse Firnschicht. Die Gletscheroberfl├Ąche ist allgemein sehr nass. Das Schmelzwasser l├Ąuft ├╝berall zu Tale. F├╝r kurze Zeit sehen wir bis zum Gipfel, doch dann zieht die Bew├Âlkung wieder an. Beim Punkt 3004 angekommen wenden wir uns Richtung Osten und erreichen schon bald das Ende des Gletschers. Mittlerweile sind wir mitten in den Wolken und sehen kaum 20 Meter weit.
├ťber Fels und Ger├Âll geht es weiter. Mit uns sind noch zwei andere Seilschaften unterwegs. Eine vor uns, die wir bald nicht mehr sehen, und ein Paar hinter uns, das wir immer wieder beim Umr├╝sten von der Eis- zur Kletter-Ausr├╝stung treffen. Den ersten Vorgipfel 3'191 m├╝. M. erreicht man ├╝ber leichte Kletterei. Von da geht ein schmaler Grat wieder einige H├Âhenmeter nach unten, bevor man auf den Hauptgipfelanstieg st├Âsst. Wir befinden uns mitten in einer Wolke und es wird immer n├Ąsser und mit der Zeit auch recht kalt. Nun bereue ich es, meine Tourenhose zuhause vergessen zu haben. Ich bin nur in der kurzen Wanderhose unterwegs und diese ist schon durch und durch nass. Wir ├╝berlegen ob wir nicht doch lieber umkehren wollen. Doch wir entscheiden uns f├╝r den Gipfel. Die heikelste Stelle f├╝r mich ist direkt vor dem letzten Aufstieg. Die Wegspuren f├╝hren n├Ârdlich am Grat vorbei. F├╝r etwa drei Meter ├╝berqueren wir hier den Gletscher, welcher von einer dunklen Kiesschicht bedeckt ist. Ohne Steigeisen an den F├╝ssen eine heikle Angelegenheit. Besser w├╝rde man direkt auf den Grat steigen. Kurz darauf geht es auf den Grat und mit Hilfe einer Stahlkette relativ einfach zum Gipfel. Die Kletterei ist nicht schwer und bei trockenem Wetter bestimmt ein Genuss. Heute sind wir aber froh, dass wir oben angekommen sind und noch Gef├╝hl in den kalten Fingern haben. Ich mache einige Gipfelfotos und dann kehren wir direkt wieder um.
Alles der kalten Kette nach zur├╝ck. Diesmal klettern wir ├╝ber den Grat, um nicht nochmals das Eis zu queren. Sobald wir wieder am Gletscher ankommen, ziehen die Wolken ab und es wird trocken. Wir sehen nochmals das Gipfelkreuz. Das Gipfeltiming hat heute leider nicht funktioniert. Auf der identischen Route gehen wir zur├╝ck. Die drei Personen, die auf dem Gletscher in ihrem Zelt ├╝bernachteten, haben ihr Lager wieder abgebaut. Eine Nacht im Zelt auf dem Gletscher auf ├╝ber 3'000 m├╝. M. m├Âchte ich auch einmal erleben. Punkt zw├Âlf Uhr erreichen wir das Ende des Gletschers. Mittlerweile sind einige Seilschaften auf dem Weg zum Gipfel. Trocken blieb bis anhin niemand. Die anderen kamen einfach weiter unten in den Regen. Wir geniessen unser Picknick auf den Felsen und nutzen die Zeit, um unsere Ausr├╝stung zu trocknen.
Auf dem R├╝ckweg haben wir uns noch leicht verlaufen und waren pl├Âtzlich viel zu weit westlich unterwegs. Das hielt uns aber nicht weiter auf und nach 7.5 Stunden waren wir wieder zur├╝ck am Klausenpass bei unserem Auto. Ich denke ich war nicht das letzte Mal auf diesem Gipfel. Als 1-Tages-Hochtour ist der Clariden 3'267 m├╝. M. ideal. Zudem bietet er fast alles: Wanderung, Gletscher, Kletterei und gute Aussicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht.