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Piz Valdraus 22. Juli 18

Plaun la Greina
Piz Terri 21. Juli 18
3. September 2018

Heute besteigen wir den Piz Valdraus. Der Wetterbericht sieht nicht wirklich rosig aus, ob noch weitere Gipfel möglich sind werden wir sehen. Es wird auf jeden Fall eine strenge Tour in unwegsamem Gelände. Schlussendlich werden wir elf Stunden unterwegs sein bis wir wieder in der Terrihütte ankommen.

12.6 km

Tour

10.75h

Unterwegs

993 hm

Bergauf

1035 hm

Bergab

Fuorcla Sura da Lavaz

Heute stehen wir alle vier um 5:30 Uhr auf. Die geplante Tour wird lang und anstrengend werden. Ein Blick nach draussen zeigt, gegen Süden ist es nur leicht bewölkt. Im Norden, wo wir hin möchten, hängen die Wolken aber noch fest in den Berggipfeln. Im Speisesaal essen wir vor dem offiziellen z’Morgen unser Frühstück. Nach und nach erwachen die anderen Gäste und kommen dazu. Auch das Buffet wird immer reichhaltiger. Um 7:00 Uhr wandern wir los. Direkt hinter der Hütte führt eine Brücke über den Brenno della Greina. Der Weg schlängelt sich in dessen Tal bis zum Arco, einem schönen natürlichen Steinbogen. Ab hier wandern wir auf dem Alpinwanderweg Blau-Weiss bis zur Fuorcla Sura da Lavaz. Vorbei an kleinen Seen und einer Schafherde erreichen wir die Passhöhe. Von Norden bläst uns ein unangenehmer Wind entgegen. Der Grat ist diesem Wind ausgesetzt und auch noch im Nebel.

Piz Valdraus 3'096 m ĂĽ. M.

Wir queren in die Südflanke. Durch das Geröllfeld kommen wir nur langsam voran. Oberhalb von Valdraus erreichen wir wieder den Grat, welcher hier in einen Sattel vor Pt. 2904 führt. Für kurze Zeit sehen wir in Richtung Norden ins Tal. Unser Ziel der Piz Valdraus ist aber immer noch im Nebel. Im Aufstieg zum Punkt 2904 müssten wir ein steiles Schneefeld durchsteigen und im Nebel den Einstieg in den Grat finden. Das ist uns zu unsicher. Wir zielen in die Mitte des Kessels und steigen über Schneefelder und Felsplatten weiter auf. Etwa 150 Meter vor dem Gipfel wird das Geröllfeld wieder steiler. Im Nebel treffen wir auf eine Wegspur, welcher wir bis zum Gipfel folgen können. Auf dem Piz Valdraus 3'096 m ü. M. angekommen sind wir erstaunt wie warm es ist. Der Wind bläst hier oben nicht mehr. Auf dem Gipfel packen wir unsere Lebensmittel für die Mittagspause aus. Plötzlich lichtet sich der Nebel und wir sehen unter uns einige Schneefelder. Immer wieder zieht die Bewölkung auf und gibt uns für kurze Zeit die Sicht in die Umgebung frei. Zwischendurch sehen wir auch den Anfang des Grates zum Piz Gaglianera.

Abstieg in die Plaun la Greina

Wir entscheiden uns gegen den Grat und gehen wiederum den gleichen Weg nach unten bis unter 3'000 m ü. M. Möglichst ohne Höhe zu verlieren möchten wir den Piz Gaglianera umgehen. Durch steile Felsen erreichen wir mühsam den Südgrat. Hier finden wir eine kleine Rinne, in der wir absteigen könnten. In der steilen Rinne mit lockerem Gestein sehe ich Wegspuren. Nach den ersten Metern und einem unangenehmen Gefühl drehen wir um und umgehen auch diesen Grat. Über flachere Felsen und Schneefelder erreichen wir den Kessel zwischen Piz Gaglianera und Piz Vial. Vom Gletscher da Gaglianera ist nur im obersten Teil noch etwas Eis vorhanden. Ansonsten finden wir uns in einer grossen Steinwüste. Auf ca. 2’750 m ü. M. hat sich ein kleiner See gebildet. Wir beschliessen keine weiteren Gipfel mehr zu besteigen. Denn es ist schon spät, wir kommen in diesem Gelände nur langsam voran, und die angestrebten Gipfel sind alle in Nebel eingehüllt. Die Aussicht wäre nicht besser als zuvor auf dem Piz Valdraus.
Nach einer Pause am See, suchen wir uns einen Weg zurück in die Greina-Ebene. Wir folgen dem Abfluss des kleinen Bergsees bis auf 2'640 m ü. M. und müssen dann eine Felsstufe östlich umgehen. Nochmals 100 Meter tiefer verengt sich das Tal und wir wechseln die Flussseite. Über Grashänge stossen wir auf den Wanderweg in der Plaun la Greina. Auf den Grassflächen pfeifen uns von allen Seiten die Murmeltiere nach und zum ersten Mal sehe ich ein ganz junges noch nicht einmal jähriges Tier. Auf dem Wanderweg gehen wir zurück zur Terrihütte. Nun sehen wir die Greina-Ebene auch noch von der anderen Seite. Mir gefällt es sehr gut. Die weite Graslandschaft auf dieser Höhe ist in der Schweiz einzigartig. Mich erinnert es sehr an Island. Die Hügellandschaft mit den schwarzen Hängen, die frei mäandrierenden Bäche dazwischen, immer mal wieder ein weisses Schneefeld, Wollgrasfelder und das triste Wetter kenne ich auch von der Insel im Norden. Nur die Murmeltiere deuten auf die Alpen hin. Auch heute zieht sich der Weg bis zur Hütte in die Länge.

TerrihĂĽtte SAC

Wir kommen gut voran, aber die Terri Hütte befindet sich am Ende des Tals und immer, wenn wir um einen Vorsprung gehen und denken, jetzt müssten wir eigentlich vor der Hütte stehen, ist sie noch immer nicht in Sicht. Am Schluss wird es sechs Uhr, bis wir uns in der Hütte anmelden. Nach elf Stunden auf Wanderschaft ist es ein tolles Gefühl, die schweren Bergschuhe auszuziehen und sich an einen schönen Tisch zu setzen. Kurz darauf wird das Abendessen serviert; Suppe, Salat, Kartoffelstock mit Braten und zum Dessert ein Stück Aprikosenkuchen. Morgen werden wir es gemütlich angehen, da wir nur noch zurück ins Tal wandern werden. Deshalb wird der letzte Abend mit einem Jass beendet. Doch um 22:30 Uhr sind wir alle müde und gehen als letzte Gäste zu Bett.

Camona da Terri CAS – Bogn Tenigia

Montagmorgen. Für das Frühstück stehen wir um 7:00 Uhr auf. Mein Wecker hat schon um 5:30 Uhr geklingelt. Ich hatte gehofft, Sicht auf die umliegenden Gipfel zu haben. Doch dem ist nicht so. Der Nebel ist so dick wie noch nie in den letzten drei Tagen. Leider wird es wieder nichts mit Sonnenaufgangsfotos. Wir frühstücken gemütlich und machen uns abmarschbereit. Bevor wir los wandern wechseln wir noch einige Worte mit anderen Gästen und versuchen die gestern gesehenen Blumen zu bestimmen. Wir sind nicht sicher, ob wir die Arnika- Blume gesehen haben oder doch nur eine ähnlich aussehende Alpenblume ohne heilende Kräfte.
10.2 km

Tour

6h

Unterwegs

247 hm

Bergauf

1164 hm

Bergab

Val Sumvitg

Für den Rückweg wählen wir den Weg durchs Val Sumvitg. Auf dem ersten Kilometer geht es noch hoch und runter, aber ab dann nur noch steil bergab. Der Nebel ist auch heute unser Begleiter und so bleibt die Aussicht spannend. Der Wanderweg ist sehr schön angelegt, mit immer neuen Blicken auf den Gebirgsbach Rein da Sumvitg, aber auch sehr steil. Auf einer schönen Felsplatte nach dem steilsten Wegstück legen wir eine Pause ein, direkt unterhalb von mehreren Wasserfällen. Schon bald kommen uns die ersten Wanderer vom Tal entgegen. Wir sind nicht unglücklich, diesen steilen Anstieg nicht mehr vor uns zu haben und wandern weiter dem Wasser entlang bis zum Stausee. Am Ufer des Sees legen wir unsere letzten Lebensmittel zusammen und bereiten uns daraus ein Mittagessen zu. Bis zum nächsten Bahnhof wären es noch über zwei Stunden wandern und leider alles der Strasse entlang. Wir telefonieren dem Alpentaxi von Rabius und lassen uns abholen. Normalerweise kostet die Fahrt zum Stausee CHF 50.00, da wir dem Kleinbus entgegen wandern, verrechnet er uns nur CHF 35.00. Unterhalb der riesigen verlassenen Hotelanlage Tenigerbad treffen wir auf den Bus. Ab Rabius geht es mit dem Zug zurück. Vier erlebnisreiche Tage sind vorbei. Obwohl wir die geplante Tour nur zu einem Teil umsetzen konnten, habe ich die Zeit in der Greina-Ebene sehr genossen und werde sie und insbesondere die Terri-Hütte sicher wieder einmal besuchen.

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