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Eldgjá – Skælingar 23.7.

Einlaufstrecke für den Ersten Abend der Skaftá entlang
Reykjavík – Eldgjá 22.7.
13. März 2017
Weg zum Blautulón
Skælingar – Blautulón 24.7.
17. April 2017

Erste Wanderettape

Der erste Wandertag steht bevor. Die Rucksäcke sind noch schwer von den vielen Lebensmittel die wir mit uns führen und im Nebel verlaufen wir uns in einer uralten Vulkanspalte.

Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr, gut erholt erwache ich zum ersten Mal in diesen Ferien im Zelt. Wir kochen noch im liegen das Wasser für unser Früchtemüäsli. Zuhause kann ich am frühen Morgen kein Frühstück zu mir nehme aber in diesen Ferien geht es nicht ohne. Eigentlich habe ich seid Kindertagen immer Hunger, nur am Morgen direkt nach dem Aufstehen ist mein Appetit sehr klein. Es gibt nur zwei Möglichkeiten aufstehen und schon mit dem zusammenpacken beginnen und den Z’Morgä später essen oder noch im warmen und kuscheligen Schlafsack liegen bleiben und dafür den Verdauungstrakt schon mal in Bewegung zu bringen. Der warme Schlafsack ist doch viel verlockender als die 11°C rund um unser Zelt. Die Sonne kann uns vorerst leider auch nicht wärmen weil eine Nebeldecke uns die Sicht auf den blauen Himmel verwehrt. Um 9:00 Uhr sind wir Abmarsch bereit. Die Zähne sind geputzt das Zelt ist eingepackt und die Heringe haben wir auch gezählt um nicht noch einen im isländischen Gras zu verlieren wie letztes Jahr. Dem Pfad entlang geht es zum Parkplatz in der Eldgjá an welchem uns der Busfahrer gestern eine Stunde Pause gegönnt hat. Wir nützen nochmals das kleine WC Häuschen, wer weiss wann uns die nächste Toilette erwartet. Wir sind ganz alleine, im Ranger-Büro ist noch niemand da und auch der Parkplatz ist leer.

Óærufoss

Weiter wandern wir Richtung Wasserfall Óærufoss diesmal deutlich langsamer als gestern Abend. Wir sind uns die schwerern Rucksäcke noch nicht gewohnt. Im Unterschied zu gestern haben wir heute Morgen den Wasserfall heute Morgen für uns alleine. Wir legen die Rucksäcke nieder und begeben uns die Stufen hoch zur Aussichtplattform. Die wahre Form des Falls zeigt sich erst von hier oben. Über eine grosse Stufe fällt das Wasser etwa die halbe Höhe der Schlucht hinunter und fliesst weiter über viele kleine Stufen dem Talboden zu. Eine gewaltige Wassermenge fliesst hier ins Tal.Ich kann mir nur noch nicht genau vorstellen woher dieses kommen soll. Heute Abend muss ich diesen Teil der Karte nochmals genauer unter die Lupe nehmen. Zurück bei den Rucksäcken füllen wir noch unsere Wasserflaschen und begegnen der Belgierin welche gestern neben uns im Bus sass. Auch sie ist auf dem Weg Talaufwärts. Noch imm hängt Der Nebel in den Hängen der Eldgjá. Vor uns grast eine ganze Herde Schafe, für Island eher selten, meistens sind sie zu dritt unterwegs. Als Sie uns kommen sehen laufen auch sie Talaufwärts. So geht es noch eine ganze Weile etwa 2 km weit laufen Sie immer wieder ein Stück von uns davon bleiben stehen bis wir wieder näher kommen und alles beginnt wieder von vorne. Irgendwann biegen Sie nach Rechts ab und haben somit wieder ihre Ruhe. Wir gehen weiter Richtung Norden. Der grosse Fluss in der Talmitte ist ausgetrocknet aber es gibt immer wieder kleinere Rinsale die aus den Talhängen drücken und bald im Lavasand versickern.
Eldgjá – Die Feuerspalte
Ein Teil des Vulkansystems Katla bildet die Eruptionsspalte Eldgjá. Diese Schlucht von bis zu 150 Meter tiefe und bis zu 600 Meter breite erstreckt sich über eine Länge von 75 Kilometer vom Zentralvulkan Katla unter dem Mýrdalsjökull
in nordöstliche Richtung bis fast zum Vatnajökull
. Der isländische Geologe und Geograph Þorvaldur Thoroddsen entdeckte die Schlucht am 22. Juli 1893. Untersuchungen des grönländischen Inlandeises deuten auf die Entstehung der Eldgjá in den Jahren von 934 – 938 hin. In dieser Anfangszeit der Besiedlung Islands kam es über mehrere Jahre zu gewaltigen Eruptionen, die eine geschätzte Gesamtmenge von 18 Kubikkilometer Lava und 1,4 Kubikkilometer Tephra an die Erdoberfläche brachten. Begonnen hat die Ausbruchserie mit einem gewaltigen explosiven Ausbruch am Südwestende der Spalte unter dem Mýrdalsjökull und in der Caldera der Katla
. Die eigentliche Schlucht entstand erst in der zweiten Phase des Ausbruchs. Schlussendlich gab es auch am Nordost-Ende am Rande des Vantnajökull Ausbrüche. Die Laki-Eruption in den Jahren 1783 bis 1784 bedeckten einen grossteil der Eldgjá-Lava wieder. An den Wänden der Schlucht würde man unter der Schlacke Schicht auf Palagonit stossen. Der Umwelteinfluss dieser Ausbrüche war gewaltig. Es wurden 219 Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Einen grossteil der nördlichen Hemisphäre müsste damit bedeckt worden sein. Aber die Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind spärlich. In den isländischen Quellen aus dem Mittelalter dem Landnahmebuch (Landnámabók) und dem Isländerbuch (Íslendingabók) findet man keine direkte Erwähnung dieser Ereignisse. Vielleicht befürchtete man mit solchen Erzählungen weitere Siedler abzuschrecken, daher könnte die erstaunliche Schweigsamkeit herrühren.

Erster Umweg

Wir kommen zum Ende der Schlucht und müssen das Tal auf der östlichen Seite verlassen. Im hier vorherrschenden Dunst sehen wir die Wegmarkierungen erst kurz bevor wir darunter stehen. Unser erster steiler Aufstieg mit dem Rucksack klappt ganz gut. Oben angekommen steht die erste Entscheidung über den weiteren verlauf des Weges an. Am liebsten würden wir direkt Richtung Norden unterhalb des Gjátindur
zum Blautulón
laufen. Weil dies kein offizieller Weg ist und die Sicht im Nebel nicht gerade weit reicht, entscheiden wir uns für den Weg Richtung Skælingar
. Nach ca. einer viertel Stunde stehen wir oben an einer Schlucht und vor uns verlauft eine Jeep-Piste. Wir werden stutzig und ziehen das GPS zu Rate. Tatsächlich sind wir in die falsche Richtung gelaufen. Der Abzweiger Richtung Skaelingar kommt erst später. Wir wandern zurück und nehmen den Weg Richtung Gjatindur. Vor dem Gipfel trennt sich dieser Richtung Gjatindur nach oben und nach unten Richtung Skælingar. Über sanfte Moos bewachsene Hänge kommen wir der Skafta immer näher.

Skælingar

Das Wetter ändert sich nur leicht, ab und zu niesselt es sanft dann und wann drückt wieder die Sonne durch. Kurz vor der Hütte verlassen wir den Pfad und steigen dirket ins Tal hinab zur Hütte. Der eigentliche Weg führt unten zweimal durch den Fluss. Wir kommen trockenen Fusses bis fast an die Hütte aber zuletzt müssen auch wir noch unsere Schuhe ausziehen und durch den Fluss waten. Unsere erste Furt ist ohne Schwierigkeiten zu meistern. Um 15:00 Uhr bauen wir unser Zelt auf und setzten uns anschliessend an den Tisch in der Hütte zum Abendessen. Es gibt «Irish Stew, Gemüse mit Lamm» dieses schmeckt ganz gut und füllt den Magen. Auf einem kleinen Spaziergang erkunden wir das Ufer der Skafta
, diese ist hier besonders breit und sieht mit ihrem dunklen und schlammigen Wasser bedrohlich aus. Gegen Abend kommt eine Gruppe von ca. 20 Personen an. Ein Teil davon schläft in der Hütte die Anderen haben Zelte dabei. Wir ziehen uns in unser Zelt zurück und sind glücklich die erste Etappa so gut überstanden zu haben. Vor dem schlafen flicken wir noch das Thermometer und ich mache mir Notizen vom heutigen Tag. Die morgige Ettape ist schnell besprochen, somit können wir es uns im Schlafsack gemütlich machen und einschlafen. Gute Nacht.
Zeltplatz
 

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