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Reykjavík – Eldgjá 22.7.

Piz Buin
Skitour Silvretta
12. März 2017
Eldgjá
Eldgjá – Skælingar 23.7.
13. März 2017

Busfahrt ins Hochland

Dieses Jahr klappt es mit der Busfahrt ins isländische Hochland und somit sind wir unserem Traum der Trekkingtour zwischen Sveinstindur und Landmannalaugar schon einen grossen Schritt näher.

Let's go

Um 6:40 Uhr klingelt der Wecker und wir geniessen den Luxus einer warmen Dusche. Auch das Frühstück wird nun für zwei Wochen das letzte sein in dieser Art, mit Toast, Cafe, Orangensaft und Eiern, ab morgen gibt es nur noch Müäsli am Morgen aber unsere Vorfreude ist trotzdem riesig. Heute kann unser Abenteuer endlich beginnen. Wir schultern unsere Rucksäcke und tragen nebenbei noch eine grosse Tasche mit dem Mittagessen und unserem Lebensmittelvorrat mit. Im Bus hat es in den hinteren Reihe neben zwei Isländerinnen noch Platz für uns. Auch Sie reisen das erste Mal nach Landmannalaugar
und wollen den Laugavegur
laufen. Ich frage mich was sie die letzten 30 Jahre gemacht haben wenn sie es nicht geschafft haben diese wunderbare Landschaft in Mitten des isländischen Hochlands zu besichtigen. Es haben eben nicht alle Leute die gleichen Interessen. Sie waren auch nicht die ganze Zeit in Island. Zwischenzeitlich haben sie in Dänemark gelebt, da soll es auch schön sein hab ich gehört. Besser spät als nie denke ich mir und bestaune die vorbeiziehende Landschaft. Den ersten Teil der Strecke bis Hella
kennen wir noch vom letzten Jahr. Die Informationen für die ausländischen Touristen über Land und Leute welche über die Lautsprecher im Bus verkündet werden sind noch die selben wie letzten Sommer. Wobei die Isländerinnen nicht bei allem zustimmen was der Sprecher erzählt. Nach einer 15 Minütigen Pause in Hella verlassen wir die Ringstrasse und fahren auf die Strasse Nr. 15 Richtung Norden. Über den Ausläufern des Hochlandes hängen die Wolken und von Zeit zu Zeit versperren uns vereinzelte Nebelfelder die Sicht in die umgebende Landschaft. Zum Glück sitzen wir noch im trockenen Bus. Die Asphaltstrasse geht zu Ende und es beginnt der holprige Teil unserer Reise. Wir fahren vorbei an Gehöften, Schafen und ab und zu durchqueren wir einen kleinen Fluss. Mitten im Niemandsland ist eine grosse Zeltstadt aufgebaut. Es handelt sich um das Ziel eines Bikeevents aber von den Rennfahrern bekommen wir keinen zu Gesicht. Nach vier Stunden Busfahrt kommen wir in Landmannalaugar an und sehen zum ersten Mal unser Trekkingziel welches wir in ca. elf Tagen von der anderen Seite kommend erreichen wollen.

Landmannalaugar

Der berühmteste Ort im isländischen Hochland präsentiert sich wie erwartet etwas überlaufen. Ein Aufgeschütteter Damm schützt die Hütten, den Zeltplatz und auch den Parkplatz vor einem Hochwasser des Jökulgilskvísl
. Ein kleiner Holzsteg führt über den feuchten Zeltplatz zum natürlichen Hotpot. Das dürftige Vordach eines Gebäudes gibt uns ein wenig Schutz vor dem Nieselregen und wir bereiten uns aus Toastbrot, Schinken und Scheibenkäse unser Mittagsmahl zu. Es wimmelt nur so von Leuten mit grossen und kleinen Rucksäcken. Alle sind auf der Suche nach einem trockenen Platz um sich auf ihre bevorstehende Tour vorzubereiten oder sie haben ihre Wanderung schon hinter sich und wären dankbar über eine geschützte Sitzgelegenheit. Wir deponieren unsere Rucksäcke so gut es geht im trockenen unter einer Sitzbank und nutzen die verbleibenden zwei Stunden bis unser nächster Bus weiterfährt mit einem Spaziergang über das Lavafeld Laugahraun. Der Bus für die zweite Etappe ist ein etwas älteres Modell. Auch er ist wieder voll besetzt und alle Fahrgäste werden regelrecht durchgeschüttelt. Wir fahren auf der Piste F208 Richtung Osten vorbei an kleinen Seen, Flüssen und immer wieder sehen wir kleine Gruppen von Schafen. Am Parkplatz in der Eldgjá
sieht der Fahrplan eine Pause von einer Stunde vor damit die Gäste die Möglichkeit haben den Wasserfall Ófærufoss zu besuchen. Auch wir machen uns auf den Weg und erkunden somit den Anfang unserer morgigen Etappe.

Hólaskjól

Zurück im Bus fahren wir noch 30 Minuten weiter bis Hólaskjól
dem Startpunkt unserer Trekkingtour. Das Hólaskjól-Higlandcenter ist eine weitere grössere Basis im Isländischen Hochland. Neben einem grossen Gebäude mit Massenlager, Küche und Sanitären Einrichtungen hat es auch mehrere Bungalows und ein ständig besetztes Ranger-Büro. Wir erkunden uns ob wir unser Essenspaket für die zweite Woche hier deponieren können. Die freundliche Rangerin weißt uns einen Platz in ihrem Materiallager zwischen Gasflaschen und anderem Grümpel zu. Wir sind erfreut unser Gepäck um 8 Kilogramm zu erleichtern. Von unserem Mittagessen haben wir auch immer noch Resten. Heute Abend verzichten wir auf unsere Trek'n Eat Mahlzeit um die vergänglichen Lebensmittel aufzubrauchen. Nun da wir endlich im Isländischen Hochland angekommen sind wiederstrebt es uns unser Zelt zwischen Pickups und Bungalows aufzustellen. Wir beschliessen noch heute Abend die erste Etappe in Angriff zu nehmen. Mit dem schwerem Rucksack auf den Schultern wandern wir wieder zurück Richtung Eldgjá auf der Suche nach einem schönen Zeltplatz. Diese Einlaufetappe kommt uns zu gute. Ich glaube es macht Sinn eine zwei wöchige Tour gemächlich anzugehen. Nach ca. 6 km finden wir einen schönen Platz direkt am Fluss oder besser gesagt im Fluss. Über eine natürliche Steinbrücke gelangen wir zwischen zwei Flussarme . Das Zelt ist schnell aufgebaut und ich wasche mich im 11°C warmen Wasser. Die feucht-kalte Luft ist nicht wirklich einladend um den Abend draussen vor dem Zelt zu verbringen. Im Zelt ist es immerhin schon 16°C Grad warm und trocken. Aus dem Nebel beginnt es leicht zu regnen aber das stört uns nicht mehr. In meinem kuscheligen Schlafsack notiere ich die Ereignisse des heutigen Tages um zuhause diesen Bericht zu schreiben. Um 23:00 Uhr bei 11°C Aussentemperatur legen wir uns schlafen. Gute Nacht.
Zeltplatz
 

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