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Dempster Highway August 2019

Stairway Icefall
Von Anchorage nach Dawson City August 2019
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Indian Summer
Top of the World und Richardson Highway August 2019
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Der Dempster Highway ist die wohl schönste Strasse, die ich jemals gefahren bin. In dieser letzten Augustwoche sind die Farben der BĂŒsche, GrĂ€ser und BĂ€ume einfach unglaublich. Als Höhepunkt zeigen sich auch noch die grossen Wildtiere von ihrer zutraulichen Seite.

baer

BĂ€r

gesehen

Fuchs

gesehen

Elch

gesehen
Arktische Ziesel [Urocitellus parryii]

Arktische Ziesel

gesehen

Übernachtungen

Dachzelt
1

Dachzelt

Biwak
6

Biwacksack

Sonnenaufgang

7:07

Sonnenaufgang
Sonnenuntergang

22:53

Sonnenuntergang

Tombstone Territorial Park

In Dawson fĂŒllen wir nochmals alle unsere VorrĂ€te auf, um den Dempster Highway zu befahren. Etwas ausserhalb der Stadt beginnt die nördlichste Schotterstrasse Kanadas. AnfĂ€nglich fahren wir durch den Borealen Wald, der immer wieder von einem WassertĂŒmpel aufgelockert wird. Die Birken und Espen fĂ€rben sich langsam goldig und die Sonne zeigt sich auch wieder öfters als auch schon. Bald erreichen wir den ersten Höhepunkt dieser Strasse. Der Tombstone Territorial Park, durch den der Dempster Highway fĂŒhrt. Nun ist die Aussicht perfekt. Im Vordergrund die goldenen Birken und Espen, dazwischen rotes, grĂŒnes, oranges und gelbes Gras und GebĂŒsch und im Hintergrund die teilweise schneebedeckten Berge. Die geplante Wanderung zum Grizzly Lake mit Übernachtung mĂŒssen wir verschieben, weil der Zeltplatz am See schon ausgebucht ist. Wir finden einen Platz auf dem Campingplatz im Tal und unternehmen zwei kleine Wanderungen. Der erste Weg der North Klondike River Trail fĂŒhrt direkt vom Campingplatz etwa 1,6 Kilometer ins Tal. Der Goldensides Mountain Trail startet 2 Kilometer weiter nördlich und fĂŒhrt auf einen Sattel mit atemberaubender Aussicht auf den Tombstone.
Mein Fotografenherz schlĂ€gt immer höher. Endlich könnte es funktionieren mit den richtig schönen Bildern. Am Abend fahre ich zum Sonnenuntergang nochmals die Strasse hoch, um das Tombstonetal im letzten Tageslicht zu fotografieren. Auch am nĂ€chsten Morgen sind wir frĂŒh unterwegs und warten auf den Sonnenaufgang etwas oberhalb des Campingplatzes mit bester Aussicht in die umliegende Landschaft. Die morgendliche Weiterfahrt ist ein Paradies fĂŒr mich. Ich bin im kanadischen Indian Summer angekommen. Rund herum leuchten die BĂŒsche, GrĂ€ser und BĂ€ume in den schönsten Farben. Dazu passend hĂ€ngen in den Bergen dramatische Wolken, die immer wieder Löcher freigeben und die Sonne durchlassen. Um diese Momente zu erleben, habe ich die letzten drei Jahre gespart, meine Arbeitsstelle gekĂŒndigt und meine Zelte in der Schweiz abgebaut. Und das Beste ist, es hat gerade erst begonnen.

Dempster Highway bis Fort McPherson

In den nĂ€chsten zwei Tagen geht es so weiter. Wir fahren den ganzen Tag, kommen aber doch fast nicht vorwĂ€rts. Bei jeder schönen Szene halten wir an, um Fotos zu schiessen und das ist eigentlich dauernd. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Mal fahren wir durch ein Tal zwischen felsigen Bergen, dann wieder vorbei an malerischen Seen oder ĂŒber FlĂŒsse, die so farbig bewachsen sind, als ob sie von einem kleinen Kind mit unendlich vielen Farben bemalt worden wĂ€ren. Obwohl der Wetterbericht im Norden eher weniger Sonne vorhergesagt hat, beleuchtet sie doch immer wieder die irdische Szenerie und lĂ€sst sie erstrahlen wie im Paradies. Schöne ÜbernachtungsplĂ€tze hat es immer wieder am Ufer der FlĂŒsse, auf den HĂŒgeln mit unglaublicher Fernsicht und auch einige CampingplĂ€tze befinden sich auf dem Weg in den Norden.
Eine Nacht verbringen wir auf dem Engineer Campground. Mitten in den BĂ€umen kann ich nur mit der Drohne Bilder vom spektakulĂ€ren Sonnenuntergang machen. DafĂŒr nutzen wir das trockene Feuerholz fĂŒr ein gemĂŒtliches Lagerfeuer. UngefĂ€hr in der Mitte in Eagle Plain tanken wir unseren durstigen Truck nochmals voll und genehmigen uns eine warme Dusche im Hotel. Die nĂ€chste Nacht verbringen wir direkt am Ufer des Eagle Creek. Die Kiesbank mĂŒssen wir nur mit einigen MĂŒcken teilen. DafĂŒr gelingen mir tolle Bilder vom sich durch die Landschaft schlĂ€ngelnden Fluss. Auch hier wĂ€rmen wir uns am Abend wieder am mittlerweile obligatorischen Lagerfeuer. Die Abende sind nicht mehr ganz so kalt und auch am Morgen sind wir wieder schnell von den ersten Sonnenstrahlen aufgewĂ€rmt. FĂŒr mich sind das fast perfekte Tage, fotografieren, filmen, fahren, Feuer machen, nur die Tiere fehlen noch. Bis jetzt haben wir nur einen BĂ€ren fĂŒr wenige Sekunden gesehen. Wolf und Karibu haben sich leider versteckt. In Fort McPherson besuchen wir den Supermarkt, um nochmals Brot nachzukaufen. Da wir jeweils erst gegen Abend unseren Übernachtungsplatz erreichen, konnte ich schon lĂ€nger kein Brot mehr backen, und wir mĂŒssen uns wieder mit dem gĂŒmmigen abgepackten Brot zufrieden geben.

BĂ€ren auf dem Dempster Highway

Etwa 30 Kilometer nach Fort McPherson ĂŒbernachten wir an einem kleinen See, welcher von einem Biber bewohnt wird. Der Abend ist erstaunlich mild, aber fĂŒr die nĂ€chsten Tage ist ein Wetterwechsel vorhergesagt. Wir beschliessen nicht mehr weiter in die flache Tundra zu fahren und begeben uns auf den RĂŒckweg. Wir fahren bis kurz vor den Polarkreis und ĂŒbernachten da mit toller Aussicht auf die Berge. Leider erleben wir hier keinen Moment mit Sonne. Schade dieser Platz wĂ€re ideal, um schöne Fotos zu machen. Über Nacht regnet es und die Wolken bestimmen auch am Tag das Wetter. In Eagle Plain gehen wir wieder warm duschen und essen einen Hamburger im Restaurant. Diese Pause hat es gebraucht, denn jetzt drĂŒckt wieder die Sonne durch. Mit dem mittlerweilen braunen Auto fahren wir in Richtung SĂŒden und halten noch immer an vielen schönen Ecken, um die Herbstfarben abzulichten.
Nach einer Übernachtung im Kiesbett des Engineer Creek fahren wir wieder bei Sonnenschein ĂŒber den Dempster Highway. Kurz nach der Grenze vom Northwestern Territory zum Yukon haben andere Reisende einen Grizzly in den HĂ€ngen oberhalb der Strasse entdeckt. Wir benötigen einige Zeit bis auch wir ihn sehen. Er lĂ€uft Richtung Norden und so drehen auch wir nochmals um. Auf dem Parkplatz an der Stategrenze essen wir im Auto Brot, KĂ€se und Fleisch und beobachten durch die Windschutzscheibe wie der Grizzly etwa 200 Meter vor uns in der Wiese nach Beeren und Wurzeln sucht. Wir sind noch nicht weit gefahren da liegt schon der zweite BĂ€r unweit neben der Strasse im niedrigen Bewuchs. Es wird immer besser, die Sonne scheint, der BĂ€r ist noch etwas grösser und er befindet sich in der schönsten Herbstlandschaft, die man sich vorstellen kann. Eine ganze Weile können wir ihn ungestört beobachten, bis er die Strasse ĂŒberquert und in der offenen Landschaft verschwindet. Nach weiteren zwei Kilometern stehen schon wieder einige Autos am Strassenrand, weil wenige Meter entfernt ein krĂ€ftiger Grizzly dem Strassendamm entlang spaziert. Er kĂŒmmert sich ĂŒberhaupt nicht um die Autos und grĂ€bt seelenruhig nach essbaren Wurzeln. Irgendwann verlassen wir auch diesen BĂ€ren wieder und machen uns auf zu unserem Lagerplatz am Blackstone River.
Doch bevor wir diesen erreichen, begegnen wir noch einem fast schwarzen Rotfuchs. Nur seine Schwanzspitze ist weiss. FĂŒchse sind sehr dankbare Fotomotive, sie blicken einem oft direkt an. Man muss nur schnell genug sein und die Kamera immer griffbereit haben.

Blackstone River

Auf dem Hinweg haben wir den Platz am Blackstone River schon begutachtet, aber damals war es uns noch zu frĂŒh, um schon Pause zu machen. Nun möchten wir aber eine Nacht an diesem wunderbaren Platz direkt am Fluss verbringen. Es hĂ€tte hier mehrere schöne PlĂ€tze zwischen den goldenen Espen, doch wir sind ganz alleine. Wir bauen unser Camp auf und noch bevor wir das Feuer angezĂŒndet haben bekommen wir Besuch von einer Elchkuh mit Jungem. Sie sind auf der anderen Flussseite aus dem GebĂŒsch aufgetaucht. Nach einigen Fotos versuchen wir nĂ€her heran zu kommen, doch sie verschwinden wieder im GestrĂŒpp. Schade! Elche vor diesem Hintergrund wĂŒrden tolle Fotos geben. Wir kochen, machen Feuer und warten auf den Sonnenuntergang. Da plötzlich stolzieren die gleichen zwei Elche nochmals an derselben Stelle aus den BĂŒschen. Diesmal im schönsten Abendlicht. Besser könnte es nicht sein. Sie fressen BlĂ€tter von den BĂŒschen und durchqueren gemĂ€chlich den Fluss, bevor sie auf der anderen Seite wieder im goldenen Laub verschwinden. Das war nun ein sehr tierreicher Tag. GlĂŒcklich und zufrieden lege ich mich schlafen.

ZurĂŒck nach Dawson City

Die Wanderung zum Grizzly Lake lassen wir sein. Stattdessen fahren wir zurĂŒck nach Dawson City, wo wir den Abend mit Kleiderwaschen und Duschen auf dem RV Park verbringen. In dieser Nacht sehen wir ganz schwache Nordlichter. Die SonnenaktivitĂ€t ist im Moment hoch, es mĂŒsste in den nĂ€chsten NĂ€chten noch einige Nordlichter zu sehen geben.
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Alle meine Bilder dĂŒrfen fĂŒr die private Verwendung als Hintergrund fĂŒr den Computer, das Tablet oder das Smartphone verwendet werden. FĂŒr alle anderen Verwendungen brauchen Sie meine Einwilligung. Nehmen Sie bitte dazu Kontakt mit mir auf oder kaufen Sie eines meiner Bilder aus der Schweiz auf Papier gedruckt.

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