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Nach der Ankunft meiner Eltern beginnen wir mit einer klassischen Alaska-Rundfahrt. Zuerst geht’s mit der Fähre durch die Alaska Bay nach Valdez und nach einem Abstecher in den Wrangell-St. Elias Nationalpark erreichen wir die Goldgräberstadt Dawson City.

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Mein erster Lachs

Nachdem ich am Morgen vom 14. August meine Tramper-Freunde verabschiede, erwartet mich schon der nächste Besuch. Meine Eltern sind nach Anchorage geflogen und werden die nächsten Wochen mit mir Alaska erkunden. Damit sie sich vom Jetlag erholen können und wir genügend Zeit haben, Lebensmittel und einige andere Kleinigkeiten einzukaufen, logieren wir zwei Nächten in Anchorage im B&B von Nikki. Richtig los geht unsere Reise mit der Fahrt nach Whittier, von wo aus wir die Fähre nach Valdez besteigen. Wir erreichen den Hafen wie gefordert drei Stunden vor Abfahrt. Nur: unsere Fähre ist nicht pünktlich. Sie wird mit zwei Stunden Verspätung abfahren. Meine Eltern schicke ich auf den Portage Pass Trail, den ich einige Tage zuvor schon mit Rebecca, Johann und Samuel begangen habe. Ich gehe zum Strand und versuche mich wieder einmal im Lachsfischen. Die Stelle, an der Johann unseren Silberlachs gefangen hat, ist frei. Es angelt am ganzen Strand niemand, obwohl die Flut am Steigen ist und somit perfekte Bedingungen herrschen. Der kleine Bach, der vom Shakespeare Gletscher ins Meer führt, ist voller Lachse. Alle sind auf dem Weg zurück zu ihrem Geburtsplatz, wo sie nun ihre eigenen Eier ablegen oder die Eier der Weibchen befruchten. Die meisten hier sind Buckellachse. Viele haben schon einen auffällig abstehenden Rücken. Das bedeutet, dass ihr Fleisch nicht mehr ganz so frisch und für uns Menschen nicht mehr schmackhaft ist. Ich bin auf der Suche nach Silberlachsen. Daher versuche ich mein Glück im Meer bei der Mündung des Bergbaches. Mit den neuen 30-jährigen Ködern, die mir mein Vater mitgebracht hat, versuche ich unser Abendessen an Land zu ziehen. Mit Rückenwind werfe ich meinen Blinker mit Leichtigkeit ins Meer hinaus. Ruckartig ziehe ich meine Angel zurück und ziehe die Schnur ein. Hier im Meer darf man die Lachse auch behalten, wenn der Haken am Körper anhängt. Somit ist es viel einfacher einen Lachs zu fangen als im Kenai River, wo sich der Haken im Mund des Fisches festhaken muss. Nach kurzer Zeit zappelt es an meiner Angel. Der erste Fisch muss dran sein. Doch meine Freude ist nur von kurzer Dauer. Die Schnur reisst und ich verliere Fisch und Köder. Zum Glück hat es noch mehr geeignete Blinker in der Box meines Vaters. Die nächsten Lachse, in denen sich meine Angel verhakt, sind allesamt Lachse mit grossen Buckeln und leider ungeniessbar. Doch nach einiger Zeit zappelt es wieder besonders stark am Ende meiner Schnur. Das muss ein Silberlachs sein, der noch bei Kräften ist. Ich ziehe ihn an Land und betäube ihn durch einige Schläge mit einem Stein auf den Kopf. Anschliessend steche ich ihm mit dem Messer ins Herz, wie es mir Johann beigebracht hat. Der 60 Zentimeter lange Lachs ist schnell ausgenommen und ich lege ihn ins seichte Wasser, um ihn frisch und kühl zu halten. Ein zweiter Silberlachs will heute nicht anbeissen. Bevor wir mit dem Auto auf die nun eingetroffene Fähre fahren, kaufen wir einen Sack Eis, um den Lachs zu kühlen. So bleibt meine Kühlbox vom Fischgeruch verschont.

Alaska Marine Highway – Von Whittier nach Valdez

Auf dem Schiff ergattern wir drei gedeckte Plätze in der vordersten Reihe. Die Überfahrt ist wunderbar. Sechs Stunden fahren wir entlang von Fjorden, Gletschern und kleinen Inseln durch die Bay of Alaska. Es ist erstaunlich viel los auf dieser Strecke. Überall sind mittelgrosse Fischerboote unterwegs. Seevögel fliegen um uns herum und ich glaube sogar einige Papageientaucher im Vorbei-Flug gesehen zu haben. Auf einer kleinen Felseninsel faulenzt eine ganze Gruppe von Seelöwen. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Valdez. Wir fahren nur auf der Hauptstrasse durchs Dorf auf die andere Seite der Bucht.

Lachs-Aufzucht-Station

Hier gibt es einen Fluss mit einer Lachssperre, vor der sich Tausende von Lachsen versammeln. Ab und zu soll auch mal ein Bär oder ein Seelöwe vorbeikommen und sich an den Lachsen bedienen. Ich hoffte hier einen Bären beim Lachsfangen fotografieren zu können. Mir war nicht bewusst, dass dies eine Lachsaufzuchtstation ist. Die Lachse werden hier gefangen, um die Nachkommen kontrolliert schlüpfen zu lassen. Das Ganze sieht ziemlich brutal aus. Tausende von Lachsen versuchen den Fluss hoch zu schwimmen und werden von diesem Gitter aufgehalten. In dieser unschönen und unnatürlichen Szenerie mag ich nicht auf einen Bären warten und möchte einen solchen hier auch gar nicht fotografieren.

Wrangell-St. Elias Nationalpark

Von Valdez führt nur eine Strasse weg, der Richardson Highway nach Norden. Vorbei an Wasserfällen und über Serpentinen den Berg hoch fahren wir an vielen Gletschern vorbei. Unser Ziel ist die McCarthy Road im Wrangell-St. Elias Nationalpark. Der grösste Nationalpark der USA ist grösser als die ganze Schweiz. Doch es führen nur zwei Strassen in ihn hinein. Südlich die McCarthy Road und nördlich die Nabesna Road. Viele Cabins, Seen und Gletscher sind nur zu Fuss oder mit dem Flugzeug erreichbar. Für mich ist es immer noch seltsam in einen Nationalpark mit dem Flugzeug zu fliegen. Naturschutz und fliegen passt für mich nicht zusammen, obwohl das Fliegen mit Kleinflugzeugen, um Freizeitaktivitäten auszuführen, in Alaska und Kanada weit verbreitet ist. Wir fahren in zwei Tagen bis ans Ende der Strasse kurz vor McCarthy. Unser Auto parkieren wir vor der Fussgängerbrücke über den Kennecott River. Auf der anderen Flussseite kann man per Shuttle Bus ins ehemalige Bergwerksdorf Kennecott fahren. Ab 1911 wurden hier grosse Mengen Kupfer abgebaut, bis dann in Chile einfacher zugängliches Kupfer entdeckt wurde. Viele Häuser stehen noch heute da. Einige wurden restauriert und sind nun zugänglich, andere sind langsam am Verfallen. Wir machen einen kleinen Spaziergang zum Gletscher mit Sicht auf einen der grössten Eisfälle der Welt, den Stairway Icefall. Es windet gewaltig. Ab und zu muss ich auf dem Gletscher stehen bleiben, um nicht umgeweht zu werden. Zurück beim Auto lockt uns ein Schild von der Hauptstrasse weg und bringt uns zu einigen Cabins mit direkter Aussicht auf den Eisfall. Hier verbringen wir die Nacht vor dem Wind geschützt und geniessen wieder einmal eine warme Dusche.

Top of he World Highway

Über Tok fahren wir weiter nach Norden. Vorbei am kleinen Dorf Chicken erreichen wir den Top of the World Highway. Eine wunderbare Strasse. Sie führt gemächlich immer weiter hinauf. Geschmeidig schlängeln wir uns auf der Hügelkrone bis an die kanadische Grenze. Eine Autofahrt wie man sie nur selten irgendwo findet. Hier fährt man gerne langsam, um möglichst lange die Aussicht in sich aufsaugen zu können. Je weiter nördlich wir kommen, umso herbstlicher werden die Bäume und Sträucher. Wenn wir von hier zurück nach Alaska fahren, wird die Landschaft hoffentlich leuchten, falls dann das Wetter noch passt, könnte das eine lange Fahrt werden. Heute ist es bewölkt und die Sonne zeigt sich nur sehr selten. Zum Fotografieren hoffe ich auf die Rückfahrt. Unser Lager schlagen wir am Wade Creek auf. Ein kleiner Fluss in dem Matthias sogar noch Gold findet. Livia und er, die beiden Schweizer, reisen in einem niedlichen 1982er VW Bus durch Amerika. Ich bearbeite eine leere Blechdose, um daraus einen Hobo-Kocher herzustellen. Nach einigen Versuchen habe ich genügend Luftlöcher in das Blech gebohrt und wir können unsere Abwaschwasser am Holzfeuer erhitzen. Den Abend geniessen wir gemeinsam am Lagerfeuer.

Dawson City

Die letzten beiden Nächte und Morgen waren ziemlich kalt. Daher sind wir nun froh Dawson City zu erreichen. Mit der Fähre überqueren wir den Yukon und stehen schon mitten in der Stadt, die wegen des Goldrausches berühmt wurde. Um wieder einmal in den Genuss einer warmen Dusche zu kommen, quartieren wir uns zwei Nächte im Bunkerhouse ein. Ein Hotel mit vielen kleinen Zimmern und WC und Duschen auf dem Laubengang. Am Abend besuchen wir die berühmte Show im Diamond Tooth Gerties. Das Theater ist eine Mischung aus Bar, Casino und Tanzshow. Am folgenden Tag nutze ich die raren Sonnenstrahlen, um einmal mit meinem Packraft den Yukon zu befahren.
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4 Comments

  1. Robert Vetter sagt:

    Hallo Elias
    der Eingangstext ist noch der vom letzten Bericht. Der Bericht selber ist super, knapp, informativ und bei mir weckt er natürlich viel schöne Erinnerungen. Machs weiter gut und pass auf dich auf.

  2. Markus Capirone sagt:

    Lieber Elias

    Ich habe Deinem Vater kürzlich ein «Bilderbuch» gesendet und er hat mich auf Deine Website aufmerksam gemacht.

    Sieht toll aus! Fast wie in der Schweiz. Bei uns fehlen natürlich nur die Lachse (sehen essbar aus auf den Fotos). Dafür haben wir ein paar Schwarzmeergrundeln dazu bekommen. Die soll man auch essen können, sehen aber etwas giftiger aus als Lachse. Viele Grüsse.

    • Elias sagt:

      Lieber Markus
      Ja ich erinnerte mich oft an die Schweiz als ich in Alaska unterwegs war. Nur ist hier alles etwas grösser, weitläufiger und weiter auseinander. Leider gibt es auch nicht so viele schöne gut ausgebaute Wanderwege. Man muss seinen Weg oft selbst suchen und sich durch Büsche und Sträucher kämpfen. Die Lachse war sehr schmackhaft. Die werde ich ganz sicher vermissen.
      Liebe GrĂĽsse
      Elias

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