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Blautulón – Langisjór 25.7.

Piz Palü
Piz Palü
10. August 2017
Ortler
Ortler – SAC Piz Sol
30. August 2017

Heute werden wir zum ersten Mal richtig nass aber ohne auch nur einen Bach zu durchwaten. Unser erstes Ziel den Sveinstindur erreichen wir trotzdem.

Zwei Wanderer drei Pick-UP

Der Wecker piepst um 6:45 Uhr, leichter Regen trommelt auf unser Zelt, ich schlafe noch eine dreiviertel Stunde weiter. Um 7:30 Uhr setzen wir das Müäsliwasser auf den Gaskocher. Der Regen ist zum Glück ausgeklungen, nur der Nebel bleibt noch in den Berggipfeln hängen. Wir bereiten uns auf einen düsteren und feuchten Tag vor. Wir gehen Richtung Norden am See vorbei zur Piste F235. Diese führt auf direktem Weg zum Langisjór. Dieser See im isländischen Hochland ist auch unser Tagesziel. Da es kaum Verkehr auf der Piste hat, benutzen wir diese heute als Wanderweg. Auf dem gesamten Weg kreuzen wir nur drei Jeeps. Einer davon ist der rote Pick-Up der Rangerin von Hólaskjól. Diese Isländerin sitzt im Trägerleibchen in Ihrem Auto. Auf dem Beifahrersitz ist die Belgierin, welche vorgestern mit uns unterwegs war. Sie hat genug vom Nebel und Nieselregen hier oben und lässt sich zurückfahren. Wir erfahren noch den Wetterbericht für die nächsten Tage. Heute ist keine Wetterverbesserung mehr zu erwarten, aber die nächsten zwei Tage sollen schön werden. Das würde perfekt mit meinem Plan zusammen passen. Für den nächsten Tag steht der Sveinstindur auf dem Programm. Der schönste Aussichtsberg im isländischen Hochland.
Die Sonne drückt doch noch durch, und wir sehen wieder unsere eigenen Schatten. Für kurze Zeit können wir sogar im T-Shirt gehen. Leider nur für einen Moment bald wird es wieder nebliger. Zu dieser kargen Landschaft passt der Nebel aber ganz gut. Der Talboden ist mehrheitlich dunkelgrau bis schwarz. Moos hat es fast nur an den Bergflanken und entlang den Wasserläufen welche sich ihren Weg durch das Lavakies suchen. Erstaunlicher weise sind sogar in dieser Gegend noch Schafe unterwegs. Wer weiss was die hierher geführt hat. Vielleicht suchen auch sie die Abgeschiedenheit wie wir? Der Sveinstindur versteckt sich leider im Nebel, aber wir kommen dem Berg immer näher. Auf der Jeep Piste F235 läuft es sich ganz angenehm. Der Nieselregen beginnt wieder und wird langsam stärker. Es sind nur noch wenige Kilometer bis zum Langisjór, aber das genügt um von Kopf bis Fuss nass zu werden.

Langisjór

Die Strasse führt bis an Südufer und endet da mit einem Parkplatz. Auf diesem stehen sechs isländische Jeeps. Das Toilettenhäuschen nebenan muss relativ neu erstellt worden sein. Seine Holzfassade ist noch kaum verwittert. Leider wurde am Vordach gespart. Wir versuchen den Holztisch so gut wie möglich im Trockenen zu platzieren und bereiten die Suppe und Sahnenudeln mit Hühnchen zu. Bei den Nudeln handelt es sich eigentlich auch um eine Suppe. Auf jeden Fall ist der Vermerk über die beizufügende Wassermenge zu hoch angegeben. Mit dem Wechsel der Windrichtung sind auch wir gezwungen unter das östliche Vordach zu zügeln. Ein roter Pick-Up mit Anhänger fährt vor und parkiert unterhalb der beiden Häuschen. Der Fahrer kippt seinen Sitz nach hinten und macht in seinem Auto ein Mittagsschläfchen. Kein schlechter Platz für einen Powernap. Wir diskutieren über unseren Zeltplatz für heute Abend. Am liebsten würden wir noch auf den Gipfel des Sveinstindur und unser Zelt in luftiger Höhe aufbauen. Der dichte Nebel hält uns aber von diesem Plan ab.
Auf einem kleinen Spaziergang in voller Regenmontur erkunden wir das Seeufer und stossen auf eine ältere Hütte in Ufernähe. Durch die Fenster sieht man die gemütlich Stube mit Tisch und Stühlen. Gerne würden wir da drinnen unsere nassen Kleider trocknen, aber alle Türen sind verschlossen. Zurück bei den Rucksäcken beschliessen wir, das Zelt im Flachen neben dem Parkplatz aufzustellen. Die Fahrer der parkierten Autos kommen nach und nach zurück. Es handelt sich um Isländer, welche in drei Tagen den Langisjór umwandert haben. Eine gute Idee für eine kommende Islandreise. Wir hängen unsere Jacken und Hosen so gut es geht im Toilettenhäuschen auf, um diese zu trocknen. Mit einer etwas gedrückten Stimmung von diesem grauen Tag legen wir uns ins Zelt. Es ist erst 19:35 Uhr, aber wir haben kein Problem jetzt schon einzuschlafen. Gute Nacht.
Zeltplatz
 
Weg zum Blautulón

Skælingar – Blautulón 24.7.

vorherige Etappe

Sonnenuntergang auf dem Sveinstindur

Langisjór - Sveinstindur 26.7.

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