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Skælingar – Álftavötn 28.7.

Sonnenuntergang in Skælingar
Sveinstindur – Skælingar 27.7.
6. März 2018
Margelchopf und Chapf
Polarmond Expedition 17.02.18
28. März 2018

Den Weg verlassen heisst Neuland entdecken! Des Öfteren werden genau auf diesen Seitenpfaden die schönsten Orte gefunden.
Aufgrund der Spuren sehen wir die Schafe kennen diese anderen Wege schon längst.

Dieser Reisebericht wurde von meinem Reisepartner Andreas Fricker geschrieben.

Zeitumstellung – Verschlafen

Wie fast jeden Tag klingelt der Wecker früh morgens, heute um 4 Uhr, zum Glück gilt der Wecker nicht mir und ich drehe mich auf die andere Seite und schlafe sofort wieder ein. Elias geht kurz raus, denn er möchte keinen Sonnenaufgang verpassen. Ich wäge jeden Tag zwischen mehr Schlaf und Sonnenaufgang ab. Diese Entscheidung am Morgen zu treffen ist denkbar schlecht, denn der Schlaf gewinnt meistens. Irgendwann wachen wir beide auf und können nicht mehr schlafen. Elias muss sich zurück in den Schlafsack gekuschelt haben, als ich schlief. Wir gehen nach draussen und erschrecken. Die Sonne blendet uns und steht bereits hoch am Himmel. Der Wecker zeigt 8:30 Uhr. Wir wollten 3 Stunden früher aufstehen, da wir einen langen Tag vor uns haben. Elias hatte nach seinem frühmorgendlichen Ausflug den Wecker auf Schweizerzeit umgestellt. Doof, dass wir genau heute in einer kleinen Hütte übernachtet haben, denn im Zelt wären wir vom Tageslicht längst geweckt worden. Ab jetzt schlafen wir nur noch im Zelt! Wir stehen zügig auf und geniessen unser Müsli am Tisch in der Morgensonne. Die Franzosen laufen los. Eine Stunde später sind auch wir startbereit.

Unbekannte Wasserfälle

Zur Abwechslung laufen wir heute mit Crocs los, um sogleich den Bach neben der Hütte zu durchqueren. Um 10:45 Uhr setzen wir uns mit zügigem Schritt der Piste entlang Richtung Hólaskjól [Aussprache] in Bewegung. Die Strecke ist unspektakulär. Zwei Autos kreuzen uns und fahren Richtung Norden. Die Isländerin im roten Hillux, trotz kühler Temperaturen immer im Trägerhemd unterwegs, überholt uns Richtung Süden. Auf der Piste kommen wir gut voran, bis diese nach rechts einen Hügel hoch abbiegt. Wir verlassen die Piste und folgen einer alten gesperrten Autospur parallel zur Skaftá [Aussprache] . In der Karte eingezeichnet sind zwei Zuflüsse der Skafta, die wir queren müssen. Schon bald treffen wir auf den ersten. Wir entscheiden uns zu furten und auf der anderen Seite eine Pause zu machen. Doch wie es halt so ist, wenn man mit einem Fotografen unterwegs ist, aus der Pause wird ein Fotostopp. Natürlich in der Mitte des Flusses auf einer Insel, wobei sich Elias wahrscheinlich mehrheitlich im Wasser aufhält, um die besten Fotos zu schiessen. Eine verständliche Aktion, denn die Stufen mit den moosbewachsenen Steinen, über die der Fluss herunterplätschert, sehen richtig schön aus. Nach einem kleinen Snack geht es weiter. Die 700 Meter bis zum zweiten Fluss laufen wir in den Crocs. Wege gibt es keine, doch die Schafsspuren sind breit genug, um einen Schuh nach dem anderen vor sich zu setzen. Als der Fluss in Sicht kommt, stehen wir leicht erhöht und erblicken einen atemberaubenden Wasserfall. An Weiterlaufen ist nicht zu denken. Zuerst soll diese wunderschöne Stimmung eingefangen werden. Der Himmel blau mit aufziehenden Wolken durchzogen, darunter dieser Wasserfall mit seinen verschieden hohen Wasserbecken und dem saftig grünen Moos dazwischen. Ein Ort zum Verweilen und einer der schönsten Wasserfälle Islands, jedoch auf keiner Karte eingezeichnet. Nach dem ausgiebigen Fotostopp furten wir den Fluss, wechseln zurück in die Wanderschuhe und laufen, bis wir die Piste F208 erreichen, die uns nach Hólaskjól führt.

Essenspaket Nr.2 und Regen

In der Hütte von Hólaskjól treffen wir die Gruppe vom Langisjór [Aussprache] wieder, die heute nach Reykjavík [Aussprache] reist. Freundlicherweise dürfen wir uns in der Hütte wärmen und wir kochen unser erstes Abendessen von heute. Das am Anfang der Tour hier deponierte Essenspaket füllt unsere Rucksäcke wieder komplett aus, reicht jedoch für den Rest der Tour und der Rucksack sollte nun jeden Tag leichter werden. Nach der Stärkung und dem Umpacken machen wir uns um 18:20 Uhr nochmals auf den Weg nach Álftavötn [Aussprache] . Direkt hinter der Hütte, die Stufen hoch, befindet sich bereits der nächste Wasserfall. Die Gischt wird vom Wind zu uns getragen, sodass nur ein Foto möglich ist. Weiter geht es das Tal hoch. Es ist immer wieder unsicher, welchen Weg wir gehen müssen, da viele kleine Wege abzweigen. Doch wer dem Fluss folgt bleibt auf dem richtigen Weg. Die aufziehende Wolkendecke wird dichter und es beginnt zu nieseln. Wir werden allmählich nass. Beide wollen möglichst schnell zur Hütte. Der schwere Rucksack drückt auf die Schultern. Zum Glück konnten wir den bisher angefallenen Abfall in Hólaskjól entsorgen. Es ist ein wunderschönes Tal. Der Fluss hat immer wieder tiefblaue Stellen, aber wegen des Wetters und der Anstrengung können wir es nicht wirklich geniessen. Es wird immer kälter, doch wenigstens wird der Nieselregen schwächer. Nach gefühlter Ewigkeit kommt die erste Furt. Eine heikle. Es ist der Fluss, an dem wir die ganze Zeit entlanglaufen. Er ist breit und zieht stark. Ich habe grossen Respekt, da der Fluss direkt unterhalb der Furt über eine zwei Meter hohe Stufe fliesst. Das Wasser reicht uns bis zu den Knien und ist eisig kalt. Schnell schlüpfen wir auf der anderen Seite wieder in die Wanderschuhe. Elias geht in kurzen Hosen weiter, denn wir erwarten eine weitere Furt vor der Hütte. Es stellt sich heraus, dass diese leicht mit den Schuhen zu meistern ist. Dann endlich erscheint die Hütte. Es ist bereits 20:30 Uhr. Der Niesel hat aufgehört. Das Zelt stellen wir hinter der Hütte in einem Steinrechteck auf. Acht Leute sind bereits in der Hütte. Sie haben die Luxusvariante gewählt: das Essen wird ihnen mit Super-Jeeps zum Übernachtungsort gebracht. Dementsprechend sitzen sie mit Keksen, Popcorn und Whisky am Tisch, als wir eintreten. Wir finden in der Ecke im Dunkeln ein kleines Plätzchen und kochen unser zweites Abendessen, diesmal mit Suppe zur Vorspeise. Nach der langen Tour und dem Anblick der Kekse der anderen, gönnen wir uns eine Schokoladenmousse. Nach dem Essen gehen wir nochmals raus. Ich geh nur kurz am See entlang und dann müde ins Zelt. Elias umrundet den See und beobachtet wie eine Gans ihren See vor den durstigen Schafen verteidigt. Nach kurzer Aufhellung am Abend schliesst sich die Wolkendecke wieder und Elias kann das erhoffte Abendrot mit dem See nicht einfangen. Ich höre noch, wie er ins Zelt kraxelt und Notizen zum Tag macht, während ich einschlafe.
Zeltplatz
 
Sonnenuntergang in Skælingar

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