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Trotz der Hitze und der staubtrockenen Landschaft unternehme ich eine Backcountry Tour. Der Reflection Canyon ist einfach zu verlockend. Auch durch zwei Slot Canyons zwänge ich mich und geniesse ein Bad im Lake Powell.

PK_Tag-Nacht
4

Tage

Strecke
357 km

Strecke

Übernachtungen

Smoky Mountain Road

Nächstes Ziel: Reflection Canyon. Es gibt die Route auf den asphaltierten Strassen rund um den Bryce Canyon. Das sind knapp 400 Kilometer zu fahren. Oder es gibt die holprige Variante über die Smoky Mountain Road. Ich entscheide mich für den kurzen Weg von knapp 200 Kilometern. Ob ich da gut durchkomme, ist noch nicht sicher, doch ich starte auf jeden Fall mal einen Versuch. In Big Water biege ich vom Highway ab und fahre zuerst über eine flache Kiesstrasse auf eine Felswand zu. Langsam zeichnet sich ein Weg durch dieses Hindernis auf. Die Strasse steigt steil an und mit einigen Kurven windet sie sich in die Höhe. Zum Glück begegne ich keinen anderen Fahrzeugen. Es wäre an vielen Orten schwierig zu kreuzen. Doch mir gefällt die Fahrt. Gerade sandige Abschnitte wechseln mit kurvigen und steinigen Holperpartien ab. Es hätte überall schöne Plätze um zu übernachten. Doch ich möchte zum Reflection Canyon und fahre deshalb durch bis zur Hole in the Rock Road.

Peek-A-Boo und Spooky Slot Canyon

Mindestens ein schönes Foto von einem Slot Canyon möchte ich unbedingt machen. Da der berühmte Antelope Canyon wegen Corona geschlossen war, suche ich mir einen kleineren Canyon. Entlang der Hole in the Rock Road gibt es mehrere Möglichkeiten. Heute besuche ich den Peek-A-Boo und Spooky Slot Canyon. Vom Trailhead folge ich etwa 40 Minuten dem Weg, bis ich vor einem schmalen Schluchteneingang stehe. Eine Touristen-Gruppe klettert gerade die letzten Meter auf dem heissen Sand herab. Sobald der Weg frei ist, steige ich hoch in die Schlucht. Nach der ersten kurzen Kletterpartie stehe ich schon mitten im Canyon. Ein Slot Canyon ist eine sehr schmale Schlucht, die oftmals so schmal wird, dass ich meinen Rucksack ausziehen muss, weil ich sonst stecken bleiben würde. Der schönste Blick bietet sich, wenn viele enge Kurven so kurz aufeinander folgen, dass sich ein fast gerades Stück daraus ergibt. Wenn dann die Sonne noch Teilabschnitte des eher dunklen Canyons beleuchtet, beginnt der Sandstein rot zu leuchten.

Reflection Canyon

Strecke
13 km

Strecke

428 hm

Aufstieg

554 hm

Abstieg

3h

Unterwegs

Der Reflection Canyon ist nur per Boot oder zu Fuss erreichbar. Ich parkiere am Trailhead und starte nach dem Mittagessen mit sechs Litern Wasser und einigen Sandwiches im Rucksack. Nach kurzer Zeit verliere ich den Wanderweg und stehe vor einem tiefen Canyon. Es ist in dieser Landschaft ohne markante Berggipfel einiges schwieriger sich zu orientieren als in den Schweizer Alpen. Dank dem Handy und einigen Umwegen finde ich auf den Weg zurück. Von den 13 Kilometern bis zum Ziel führt der grösste Teil über einen gut ausgetretenen Sandweg. Nur zum Schluss, wenn man die Sandsteinplatten erreicht, ist die Wegfindung wieder etwas mühsam. Nach knapp vier Stunden sehe ich den Lake Powell unter mir. Der Ort ist atemberaubend. Durch die Staumauer in Page hat sich der See bis in die Canyons ausgebreitet. Hier floss früher einmal ein kurvenreicher Fluss. Nun hat der See eine absurde Küstenlinie und zwei kleine Inseln vervollständigen das Bild. Ich bin fast allein. Am Ufer hat ein grosses Schiff angelegt und zwei Stand-Up Paddlerinnen umkreisen die Inseln. Ich suche den besten Fotostandpunkt und eine ebene Fläche um mich in der Nacht hinzulegen. Die Sonne brennt noch immer und am liebsten würde ich ein kühles Bad im See nehmen. Doch es besteht keine Möglichkeit das Wasser zu erreichen. Überall trennen mich 60 Meter senkrechte Klippe von der Erfrischung. Die Nacht verläuft ganz ruhig. Das Schiff schaltet seine Musik nach dem Eindunkeln ab und vom nächtlichen Besuch, welcher mein Frühstück anknabbert, bekomme ich nichts mit. Ich sehe erst am Morgen das Loch in meinem Wachspapier. Nach dem Sonnenaufgang geht es auf dem gleichen Weg zurück. Diesmal kann ich dem Weg besser folgen.

Hole in the Rock

Das letzte Stück der Hole in the Rock Strasse fahre ich noch zu Ende. Hier ist einer der wenigen Punkte, die einen Zugang zum Lake Powell ermöglichen. Ein schmaler Einschnitt in der Uferklippe ermöglicht es mir 200 Meter bis zum See abzusteigen. Endlich kann ich ins kühle Nass springen. Ich schwimme einige Meter und wasche mir den Sand aus den Haaren. Auch hier hat es wieder Besucher, welche per Schiff angekommen sind. Als ich hungrig werde, nehme ich den Aufstieg in Angriff. Zum Glück ist ein grosses Teil des Weges schon im Schatten und es ist nicht mehr ganz so heiss. Nach dem Essen, als die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, möchte ich meine Solardusche nutzen. Doch als ich mit dem kleinen Kompressor Druck im Rohr aufbaue, löst sich die Verbindung und alles Wasser fliesst raus und versickert im sandigen Boden. Das muss wohl die letzte Verbindung gewesen sein, welche noch mit Silikon verklebt war. Anscheinend ist das Silikon nicht so hitzebeständig. Schade, hier mitten im Grand Staircase-Escalante National Monument wäre eine Dusche schön gewesen.

Zebra und Tunnel Slot Canyon

Auf dem Rückweg mache ich nochmals einen Halt um zwei weitere Canyons zu besuchen. Der Zebra Slot Canyon gefällt mir sehr gut. Je weiter man sich hinein begibt, umso enger wird es. Doch die Sandsteinformen, die das Wasser hier über Jahrtausende hineingeschliffen hat, sind unglaublich. Der zweite Canyon ist weniger spektakulär. Es ist ein etwa 20 Meter langer Tunnel. Durch das trockene Flussbett führt der Weg wieder zurück zum Parkplatz. Es ist heiss und meine Trinkflaschen sind leer. In diesem Moment wünsche ich mir nichts mehr als ein kleiner kühler Bergbach. Wie schön wäre es jetzt eine unerschöpfliche Quelle kaltes Wasser zu haben. Zurück im Auto erwartet mich nur ein Kanister mit warmem abgestandenem Wasser.
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