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Fanellhorn 4. August 18

21. November 2018
Zeltplatz unterhalb des Margelchopfs
Winter Camping
24. Oktober 2018
Il Chapütschin 3'387m ü. M.
Il Chapütschin 26.8.18
9. Dezember 2018

Mit dem Fanellsee habe ich ein kühles Plätzchen in den Bergen gefunden, das genau meinen Erwartungen entspricht. Abgeschieden, unbekannt und mit vielen interessanten Foto-Motiven in der Umgebung. Die kühle Nacht hoch oben in den Bergen ist eine willkommene Abwechslung zu den heissen Sommertagen.

Von Zervreila auf das Fanellhorn

6 km

Tour

6h

Unterwegs

1280 hm

Bergauf

344 hm

Bergab

Flucht vor der Sommerhitze

Nach fünf heissen Tagen musste ich am Wochenende unbedingt wieder in die Berge. Diesmal sollte es nicht in eine Hütte gehen. Ich wollte mir mit meinem Biwaksack ein schönes Plätzchen suchen. Nach dem Tour-Bericht von Patrik Oberlin hatte ich Lust etwas höher aufzusteigen, in der Hoffnung noch etwas Schnee zu sehen. Ich suchte auf der Schweizerkarte nach Bergseen über 2'000 m ü. M., die für den Sonnenauf- und Untergang günstig in der Bergwelt liegen und Sicht auf einen Gletscher haben. Fündig wurde ich oberhalb von Vals am Fanellsee.

Fanellhorn 3'123m ü. M.

Mit der Bahn und dem Postauto fahre ich bis Zervreila, 1'868 m ü. M. Das Postauto hält 200 Meter vor der Staumauer. Ich schultere meinen Rucksack und mache mich kurz vor Mittag bei angenehmer Wärme auf zum ersten See. Der direkte Wanderweg führt über die Alp «Chli Guraletsch» zum Guraletschsee. Dieser Bergsee am Fuss des Fanellhorns auf 2'409 m ü. M. bietet sich für meinen Mittagshalt an. Andere Wanderer nutzen die Gelegenheit, um sich abzukühlen und gehen schwimmen. Ich möchte noch weiter und begebe mich auf den Wanderweg in Richtung «Fanellgrätli». Hinter dem See geht es nochmals steil bergauf, bevor man nachher über ein flacheres Geröllfeld den tiefsten Punkt des Grates erreicht. Auf der Ostseite führt der Weg weiter über die Fanella Alp, Innerpeil und zurück nach Vals. Ich steige weiter auf über den Alpinwanderweg zum Fanellhorn. Auf 2'890 m ü. M. deponiere ich meinen schweren Rucksack und steige nur mit der Kamera und der Windjacke in der Hand die letzten Höhenmeter zum Gipfel auf. Oben angekommen bietet sich eine herrliche Aussicht. Endlich stehe ich wieder auf einem 3’000er ohne Nebel. Der Weg zum Gipfel ist gut sichtbar und führt steil bergauf durch die Süd-Ostflanke. Zum höchsten Punkt hin wird es immer steiler bis man oben bei den wuchtigen Steinmännern steht.

Biwak am Fanellsee

Nach einer Genusspause steige ich ab zum Rucksack und suche mir einen Weg zum Fanellsee. Ich habe die Südflanke etwas zu hoch durchquert und muss noch fast 100 Meter absteigen. Vor mir liegen drei kleine Seen. Zwischen den ersten beiden finde ich einen grossen flachen Stein, auf dem ich mein Lager einrichte. Hier oben auf 2'777 m ü. M. bin ich ganz alleine. Im unteren See nehme ich ein erfrischendes Bad und vom oberen See trinke ich das Valser Wasser so frisch wie sonst nirgends. Zum Sonnenuntergang wandere ich nochmals etwas hoch zur Fanelllücke. Von diesem Grat hat man eine tolle Sicht gegen Westen und Osten. Mit dem Untergehen der Sonne wird es angenehm kühl. Das habe ich in den letzten Tagen vermisst. Ich ziehe sogar meine Mütze und die Handschuhe an. Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter verschiedenen Wolkenbändern. Doch zum Schluss schickt sie mir noch einen letzten Gruss, bevor sie hinter den Alpen verschwindet.
Zurück an meinem Biwak-Platz richte ich mich ein. Biwaksack, Schlafmatte und Schlafsack kommen auf den grossen flachen Stein. Die Kamera platziere ich mit dem Weitwinkelobjektiv auf dem Stativ. Alles andere verschwindet im Rucksack. Um halb zehn lege ich mich schlafen. Umgeben von Seen und über mir der Sternenhimmel freue ich mich auf eine kühle Nacht. Weit im Osten leuchten immer wieder Blitze von einem entfernten Gewitter auf. Die Lichtblitze sind zu weit weg, um sie bildwirksam zu fotografieren, aber sie erhellen die Umgebung so gut, dass sich eine perfekte Balance mit der Milchstrasse ergibt. Von meinem Bett aus richte ich die Kamera aus und drücke immer wieder ab, bis ich zu müde bin und einschlafe.

Abstieg vom Fanellsee bis Zervreila

5 km

Tour

3h

Unterwegs

126 hm

Bergauf

1062 hm

Bergab

Sonnenaufgang am Fanellsee

Nach einer trockenen Nacht stehe ich um halb sechs auf, um wieder meinen Fotospot zu erreichen. Wolken hat es keine am Himmel. Nur einige Kondensstreifen von Flugzeugen färben sich rot im ersten Licht. Die Sonne geht im Dunst hinter dem Valserhorn auf und schon bald wird es wieder warm. Der Sonnenaufgang war leider nicht ganz so schön wie der Untergang. Das Frühstücks-Sandwich esse ich oben auf dem Grat und kehre erst zu meinem Lager zurück, als die Sonne auch dorthin scheint. In der Nacht wurde die Aussenhaut meines Biwaksacks richtig feucht. Diese lasse ich noch trocknen, bevor ich zum Rückweg aufbreche.
Zurück am Guraletschsee kann ich ein junges Murmeltier ganz aus der Nähe fotografieren. Es traut sich mit der Zeit immer mehr aus seiner Höhle, bis es dann in einem anderen Loch ganz verschwindet. Beim Bergabwandern drückt der Rucksack schwer auf meine Schultern und mit jedem Schritt wird es heisser. Ich bin froh, dass es am Stausee einen kleinen Brunnen hat, wo ich meine Wasservorräte wieder auffüllen kann. Müde von der Hitze fahre ich halb schlafend wieder zurück in den Backofen der Voralpen.

2 Comments

  1. Hallo Elias,

    Das freut mich ja sehr, dass ich Dich motivieren konnte auf Tour zu gehen.
    Es gibt kaum was schöneres als den Bergsommer. Er ist kaum vorbei und ich freue mich schon wieder darauf. 🙂

    Du hast da wirklich eine sehr schöne Webseite mit tollen Bildern. Ein interessanter Bericht!

    LG Patrik

    P.S Meinen Namen schreibt man nur mit k nicht ck. 🙂

    • Elias sagt:

      Hallo Patrik
      Vielen Dank. Das Kompliment kann ich nur zurück geben. Der Sommer hat viele schöne Seiten. Momentan freue ich mich aber sehr auf den Schnee. Der nächste Sommer darf aus meiner Sicht noch etwas warten. Sorry für meinen Schreibfehler. Ich habe ihn korrigiert.
      Liebe Grüsse
      Elias

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