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Fanellhorn 4. August 18

Zeltplatz unterhalb des Margelchopfs
Winter Camping
24. Oktober 2018

Mit dem Fanellsee habe ich ein k├╝hles Pl├Ątzchen in den Bergen gefunden, das genau meinen Erwartungen entspricht. Abgeschieden, unbekannt und mit vielen interessanten Foto-Motiven in der Umgebung. Die k├╝hle Nacht hoch oben in den Bergen ist eine willkommene Abwechslung zu den heissen Sommertagen.

Von Zervreila auf das Fanellhorn

6.8 km

Tour

6.5h

Unterwegs

1280 hm

Bergauf

344 hm

Bergab

Flucht vor der Sommerhitze

Nach f├╝nf heissen Tagen musste ich am Wochenende unbedingt wieder in die Berge. Diesmal sollte es nicht in eine H├╝tte gehen. Ich wollte mir mit meinem Biwaksack ein sch├Ânes Pl├Ątzchen suchen. Nach dem Tour-Bericht von Patrik Oberlin hatte ich Lust etwas h├Âher aufzusteigen, in der Hoffnung noch etwas Schnee zu sehen. Ich suchte auf der Schweizerkarte nach Bergseen ├╝ber 2'000 m ├╝. M., die f├╝r den Sonnenauf- und Untergang g├╝nstig in der Bergwelt liegen und Sicht auf einen Gletscher haben. F├╝ndig wurde ich oberhalb von Vals am Fanellsee.

Fanellhorn 3'123m ├╝. M.

Mit der Bahn und dem Postauto fahre ich bis Zervreila, 1'868 m ├╝. M. Das Postauto h├Ąlt 200 Meter vor der Staumauer. Ich schultere meinen Rucksack und mache mich kurz vor Mittag bei angenehmer W├Ąrme auf zum ersten See. Der direkte Wanderweg f├╝hrt ├╝ber die Alp ┬źChli Guraletsch┬╗ zum Guraletschsee. Dieser Bergsee am Fuss des Fanellhorns auf 2'409 m ├╝. M. bietet sich f├╝r meinen Mittagshalt an. Andere Wanderer nutzen die Gelegenheit, um sich abzuk├╝hlen und gehen schwimmen. Ich m├Âchte noch weiter und begebe mich auf den Wanderweg in Richtung ┬źFanellgr├Ątli┬╗. Hinter dem See geht es nochmals steil bergauf, bevor man nachher ├╝ber ein flacheres Ger├Âllfeld den tiefsten Punkt des Grates erreicht. Auf der Ostseite f├╝hrt der Weg weiter ├╝ber die Fanella Alp, Innerpeil und zur├╝ck nach Vals. Ich steige weiter auf ├╝ber den Alpinwanderweg zum Fanellhorn. Auf 2'890 m ├╝. M. deponiere ich meinen schweren Rucksack und steige nur mit der Kamera und der Windjacke in der Hand die letzten H├Âhenmeter zum Gipfel auf. Oben angekommen bietet sich eine herrliche Aussicht. Endlich stehe ich wieder auf einem 3ÔÇÖ000er ohne Nebel. Der Weg zum Gipfel ist gut sichtbar und f├╝hrt steil bergauf durch die S├╝d-Ostflanke. Zum h├Âchsten Punkt hin wird es immer steiler bis man oben bei den wuchtigen Steinm├Ąnnern steht.

Biwak am Fanellsee

Nach einer Genusspause steige ich ab zum Rucksack und suche mir einen Weg zum Fanellsee. Ich habe die S├╝dflanke etwas zu hoch durchquert und muss noch fast 100 Meter absteigen. Vor mir liegen drei kleine Seen. Zwischen den ersten beiden finde ich einen grossen flachen Stein, auf dem ich mein Lager einrichte. Hier oben auf 2'777 m ├╝. M. bin ich ganz alleine. Im unteren See nehme ich ein erfrischendes Bad und vom oberen See trinke ich das Valser Wasser so frisch wie sonst nirgends. Zum Sonnenuntergang wandere ich nochmals etwas hoch zur Fanelll├╝cke. Von diesem Grat hat man eine tolle Sicht gegen Westen und Osten. Mit dem Untergehen der Sonne wird es angenehm k├╝hl. Das habe ich in den letzten Tagen vermisst. Ich ziehe sogar meine M├╝tze und die Handschuhe an. Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter verschiedenen Wolkenb├Ąndern. Doch zum Schluss schickt sie mir noch einen letzten Gruss, bevor sie hinter den Alpen verschwindet.
Zur├╝ck an meinem Biwak-Platz richte ich mich ein. Biwaksack, Schlafmatte und Schlafsack kommen auf den grossen flachen Stein. Die Kamera platziere ich mit dem Weitwinkelobjektiv auf dem Stativ. Alles andere verschwindet im Rucksack. Um halb zehn lege ich mich schlafen. Umgeben von Seen und ├╝ber mir der Sternenhimmel freue ich mich auf eine k├╝hle Nacht. Weit im Osten leuchten immer wieder Blitze von einem entfernten Gewitter auf. Die Lichtblitze sind zu weit weg, um sie bildwirksam zu fotografieren, aber sie erhellen die Umgebung so gut, dass sich eine perfekte Balance mit der Milchstrasse ergibt. Von meinem Bett aus richte ich die Kamera aus und dr├╝cke immer wieder ab, bis ich zu m├╝de bin und einschlafe.

Abstieg vom Fanellsee bis Zervreila

5.9 km

Tour

3h

Unterwegs

126 hm

Bergauf

1062 hm

Bergab

Sonnenaufgang am Fanellsee

Nach einer trockenen Nacht stehe ich um halb sechs auf, um wieder meinen Fotospot zu erreichen. Wolken hat es keine am Himmel. Nur einige Kondensstreifen von Flugzeugen f├Ąrben sich rot im ersten Licht. Die Sonne geht im Dunst hinter dem Valserhorn auf und schon bald wird es wieder warm. Der Sonnenaufgang war leider nicht ganz so sch├Ân wie der Untergang. Das Fr├╝hst├╝cks-Sandwich esse ich oben auf dem Grat und kehre erst zu meinem Lager zur├╝ck, als die Sonne auch dorthin scheint. In der Nacht wurde die Aussenhaut meines Biwaksacks richtig feucht. Diese lasse ich noch trocknen, bevor ich zum R├╝ckweg aufbreche.
Zur├╝ck am Guraletschsee kann ich ein junges Murmeltier ganz aus der N├Ąhe fotografieren. Es traut sich mit der Zeit immer mehr aus seiner H├Âhle, bis es dann in einem anderen Loch ganz verschwindet. Beim Bergabwandern dr├╝ckt der Rucksack schwer auf meine Schultern und mit jedem Schritt wird es heisser. Ich bin froh, dass es am Stausee einen kleinen Brunnen hat, wo ich meine Wasservorr├Ąte wieder auff├╝llen kann. M├╝de von der Hitze fahre ich halb schlafend wieder zur├╝ck in den Backofen der Voralpen.

2 Comments

  1. Hallo Elias,

    Das freut mich ja sehr, dass ich Dich motivieren konnte auf Tour zu gehen.
    Es gibt kaum was sch├Âneres als den Bergsommer. Er ist kaum vorbei und ich freue mich schon wieder darauf. ­čÖé

    Du hast da wirklich eine sehr sch├Âne Webseite mit tollen Bildern. Ein interessanter Bericht!

    LG Patrik

    P.S Meinen Namen schreibt man nur mit k nicht ck. ­čÖé

    • Elias sagt:

      Hallo Patrik
      Vielen Dank. Das Kompliment kann ich nur zur├╝ck geben. Der Sommer hat viele sch├Âne Seiten. Momentan freue ich mich aber sehr auf den Schnee. Der n├Ąchste Sommer darf aus meiner Sicht noch etwas warten. Sorry f├╝r meinen Schreibfehler. Ich habe ihn korrigiert.
      Liebe Gr├╝sse
      Elias

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