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European Packrafting Meet-up April 18

Eisbogen
Corvatsch – Eishöhle – Val Roseg 3.3.2018
10. Mai 2018
Sonnenstrahlen über dem Urnerboden
Clariden 28. Juli 18
24. August 2018

Ende Mai werde ich einen Packraftkurs in der Schweiz besuchen. Meine erste Packraft-Erfahrung habe ich aber schon Ende April in Slowenien sammeln können. Sehr spontan bin ich für vier Tage an die wunderbare Soča gereist und habe am ersten European Packrafting Meet-up teilgenommen.

Der kurze Weg nach Slowenien

Für meine geplante Reise nach Nordamerika wollte ich mir ein Packraft zulegen. Wie der Zufall spielt, ging plötzlich alles schnell. In Aarau habe ich Gabriel Gersch getroffen und konnte im Trockenen zum ersten Mal in ein Packraft sitzen. Er hat mich dann davon überzeugt, gleich am ersten European Packrafting Meet-up teilzunehmen. Innert zweier Wochen habe ich mir die nötige Ausrüstung im Packrafting Store gekauft, um dieses Abenteuer zu starten. Am Freitag sind wir mit voll beladenem Auto Richtung Osten los gefahren. Nach mehreren Staus in Deutschland sind wir kurz vor Mitternacht vor der slowenischen Grenze bei einem Freund angekommen und konnten da übernachten. Am nächsten Morgen fuhren wir noch die letzten Kilometer bis Bovec [Aussprache] . Ich war froh, erst am folgenden Vormittag bei Tageslicht auf dem Zeltplatz anzukommen. So liess sich unser Camp für die nächsten Tage viel leichter einrichten.

Meine ersten Stunden im Packraft

Nach einer kurzen Information durch die Organisatoren Seon und Max machen wir uns bereit für den Fluss. Mit den Autos fahren wir flussabwärts zu einer ruhigen Stelle der Soča [Aussprache] . Zu Beginn stehen zuerst einmal einige Übungen auf dem Programm. Wir lernen im Wasser in das Boot einzusteigen, für den Fall das wir rausfallen sollten. Mit dem Einsteigen klappt es bei mir von Anfang an sehr gut. Das wird mir auf späteren Touren dieses Jahr noch zugutekommen. Beim nächsten Schritt wagen wir uns aus dem Kehrwasser in Richtung Strömung. Auch hier üben wir wieder mehrere Male das Ein- und Ausfahren und komplette Flussquerungen mit der sogenannten Fähr-Technik, um möglichst wenig Höhe zu verlieren. Bald klappt auch das bei allen gut und wir begeben uns mit dem gesamten Tross auf den Fluss, um einige 100 Meter weiter unten an einem Kiesstrand das Schwimmen zu üben. Später fahren wir noch ein kleines Stück weiter und sind schon wieder bei den Autos. Meine ersten Packraft-Erfahrungen habe ich gemacht und richtig Lust auf mehr bekommen. Auf dem Zeltplatz essen wir gemeinsam im Restaurant und legen uns dann auch schon bald in unsere Zelte zum Schlafen.

Soča zum Zweiten

Am nächsten Morgen stehe ich in der Dämmerung auf, obwohl unser nächster Programmpunkt erst um 10:00 Uhr ansteht. Die Packrafter hier nehmen es gemütlich. Ich bin mir vom Fotografieren und Wandern andere Weckerzeiten gewohnt und nutze den Morgen für eine kleine Fototour an die Soča [Aussprache] . Die Landschaft ist traumhaft schön. Durch den leuchtend grünen Wald spaziere ich ans Ufer. Das Wasser ist wunderbar blau bis türkis. Dahinter sieht man die bewaldeten Hügel, welche vor den Schneebergen stehen. Nach dem Frühstück treffen wir uns auf der Wiese mitten in unserem Zeltlager. Anika erzählt uns ihr Wissen über Flussströmungen, Kehrwasser-Fahren und beantwortet Fragen zu Wasserfällen. Anschliessend hält uns Seon einen Vortrag über seine Passion «Safty». Er legt eine beachtliche Menge an Ausrüstung vor uns aus. Viele Sachen überschneiden sich mit meiner vorhandenen Outdoor-Ausrüstung. Zum Glück benötigen wir diese Gegenstände in diesen Tagen nicht im Ernstfall. Weil wir Packrafts haben und diese nicht nur zum Raften geeignet sind, lassen sie sich in gepackten Zustand auch ganz einfach tragen. Heute wandert ein Teil der Gruppe zum Fluss. An einer geeigneten Einstiegsstelle in Čezsoča [Aussprache] setzen auch wir uns in die Boote und fahren nochmals zu unserem Übungsstrand. Nach der gestrigen Schwimmübung versuchen wir heute die Schwimmer mit dem Wurfsack zu retten. Mir gelingt es gut, das Seil an die richtige Position direkt über die zu rettende Person zu werfen. Auf Anhieb sind noch nicht alle so wurfsicher, es wird fleissig geübt. Später fahren wir im Wildwasser I-III weiter bis Srpenica 2. Hier steigen wir aus. Flussabwärts wird es ab hier schwieriger. Die nächsten Stellen sind Wildwasser III-VI und noch nichts für uns. Die 10 Kilometer lange Fahrt hat Spass gemacht. Auf der leichten Strömung hat man viel Zeit, um die Landschaft zu geniessen und einen Schwatz zu halten. Beim Ausstieg warten wir auf die Autos, welche uns abholen und zurück zum Zeltplatz bringen. Unser Abendessen bereiten wir auf dem Feuer zu. Der kleine Grill wird schnell gefüllt und eine richtig schöne Camping-Atmosphäre entsteht. Als Tagesabschluss wird auf dem Openair Fernseher der Film Blue Heart über den Schutz der Wildbäche im Balkan gezeigt. Um 23:00 Uhr gehe ich zu Bett und schlafe bei einsetzendem Regen ein.

Soča zum Dritten

Nach den beiden Übungstagen möchten wir heute etwas mehr Action erleben. Wir starten wieder zu Fuss und wandern die Soča flussaufwärts. Bis vor den Canyon zur Einstiegsstelle Žičnica Golobar. Dieser Abschnitt ist einiges spannender. Der Fluss ist kleiner und macht mehr Kurven als im unteren Teil. Ich falle zweimal aus meinem Boot ins Wasser. Das ist hier aber kein Problem, schnell sitze ich wieder zurück im Packraft und fahre weiter. Aber leider sind wir viel zu schnell da durch. In einer kleinen Gruppe fahren wir weiter nochmals dieselbe Strecke wie gestern. Mit den Autos geht es wieder zurück zum Camp. Heute gibt’s nach dem Essen einen Vortrag von Gabriel Gersch. Er reist nun seit bald 10 Jahren immer wieder für längere Zeit durch verschiedene Wildnisgebiete der Welt. Unterwegs ist er zu Fuss mit dem Packraft, der Kamera und schwerem Rucksack. Wenn ich seinen Erzählungen lausche, kann ich es kaum mehr erwarten, nächstes Jahr endlich auch mit Rucksack und viel Zeit die Welt zu erkunden. Nach diesen Eindrücken und einigen Gesprächen mit anderen Weitgereisten gehe ich zu Bett.

Das Finale auf der Koritnica

Heute ist unser letzter Tag in Slowenien. Am Nachmittag haben wir noch eine lange Autofahrt zurück in die Schweiz vor uns. Deshalb ist heute Morgen nur noch ein Fluss möglich. Wir entscheiden uns für die Koritnica[Aussprache] . Ein kleiner Bergbach der direkt vor unserem Zeltplatz in die Soča mündet. Gestern Abend bin ich die letzten 200 Meter vor unserem Zeltplatz mit Gabriel noch zweimal gefahren. Ich war schon etwas müde und habe es beide Male nicht ohne Sturz geschafft. Deshalb gilt heute volle Konzentration. Wir steigen direkt oberhalb der Schlüsselstelle in den Bach ein. Aber nicht bervor wir die Klamm begutachtet haben. Der gesamte Abschluss zwängt sich durch eine ca. 1.5 Meter breite Schlucht. Bei der Rekognoszierung können wir noch zwei Kajakfahrer beobachten. Die Durchfahrt sieht von aussen ganz einfach aus. Zurück bei den Booten bestimmen wir die Reihenfolge.Luis, der erfahrenste Wildwasserfahrer ist der erste, um sich anschliessend unten mit dem Wurfsack zu positionieren. Den Anfang habe ich gut erwischt und wenn man erst mal in der Klamm innen ist und noch im Boot sitzt wird man einfach bis ans Ende durchgespült. Wir kommen alle gut durch und fahren weiter. Der Fluss wird immer schöner, an den Hängen der leuchtend grüne Wald und unter uns das klare blaue Wasser. Es wird zu einer reinen Genussfahrt. Das letzte Teilstück kenne ich noch von gestern, aber heute komme ich ohne Sturz durch. Ein wenig stolz steige ich an meinem vierten Packraft-Tag aus dem Boot. Einen besseren Einstieg in diese doch relativ unbekannte Sportart hätte ich mir nicht wünschen können. Vielen Dank den Organisatoren Max und Seon und an Gabriel und Sofia, die mich spontan nach Slowenien mitgenommen haben.
 

1 Comment

  1. Danke schön das freut mich sehr.

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