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Morteratsch

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Das Gelb der Lärchen steht kurz vor seinem Höhepunkt und der Wetterbericht hat sonniges Wetter angesagt. Darum breche ich wiederum für ein Wochenende auf, um die schönsten Plätze rund um den Berninapass zu suchen.


Lärchen, Gletscher und Luxus

Zusammen mit Emily mache ich mich ein weiteres Mal auf ins Engadin. Unter der Woche hat es bis tief in die Täler hinab geschneit und viele Berghütten haben ihre Sommersaison beendet. So auch die Chamanna da Boval, weshalb ich den angeblich so leckeren Kuchen noch weiter vertagen muss. Wir haben ein Zimmer im Hotel Morteratsch direkt beim Bahnhof gebucht.
Am Samstagnachmittag dominieren die Wolken das Geschehen am Himmel. Davon lassen wir uns nicht beirren und machen uns trotzdem auf den Weg zum Gletscher. Immer wieder stehen wir staunend vor gold-gelben Lärchen, und manchmal wenn sich am Himmel ein blaues Loch in der Wolkendecke öffnet, zeigt sich das Tal in seiner gesamten Pracht. Der kleine spiegelglatte See ist noch nicht gefroren. Ich merke mir seine Position, damit ich ihn am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang auch wieder finde. Wir gehen weiter kreuz und quer bis zum Gletscher und folgen dem oberen Bachlauf, bis es zu steil wird. Der Gletscher hat die Felsen hier schön rund und glatt geschliffen. Zurück im Hotelzimmer richten wir uns fürs Abendessen. Die Sicht aus dem Fenster zeigt mir eine mässig geschlossene Wolkendecke. Ich packe meine Fotoausrüstung nochmals und wandere ein Stück hoch, bis die Sicht auf den Gletscher frei ist. Die Entscheidung nach draussen zu gehen war richtig. Einen kurzen Moment lang färben sich die schneebedeckten Gipfel orange-rot und es ergeben sich super Bilder. Nun wird es aber Zeit fürs Abendessen. Im hoteleigenen Restaurant hat man die Wahl zwischen dem Drei- und Vier-Gänge-Menü und der Speisekarte mit vielen Leckereien. Nach der Präsentation des heutigen Menüs habe ich mich schon entschieden. In die Karte muss ich nicht mehr schauen. Als erste Vorspeise wird ein Tartar vom Bio-Rind serviert, danach gibt es ein Häppchen Capuns und als Hauptgang hervorragendes Hirsch-Entrecôte mit Wild-Beilagen. Zum Abschluss steht ein Fruchtsalat mit Zitronensorbet auf dem Programm. Wohl genährt und gestärkt für den morgigen Tag legen wir uns schlafen.





Sonne und nostalgische Eisenbahnen

Der Wecker klingelt um 6:15 Uhr. Wir ziehen uns warm an und begeben uns zu den Fahrrädern in die Garage, welche das Hotel seinen Gästen zur Verfügung stellt. Allesamt sind leider in einem knapp fahrtauglichen Zustand, aber wir finden zwei, die uns den Wanderweg hoch bringen sollen. Draussen ist es menschenleer und nur das Rauschen des Baches ist zu hören. Wir trampeln den Weg hoch während es langsam beginnt, hell zu werden. Etwas zu früh bei der Tafel «1950» stellen wir unsere Fahrräder ab und gehen zu Fuss weiter zum kleinen See. Der Himmel ist wolkenlos und im glatten See spiegeln sich die weissen Berggipfel. Auch heute Morgen glühen sie wieder für einen kurzen Augenblick in der Morgensonne. Da wir noch im schattigen Tal sind und uns nur mässig stark bewegen, wird es langsam kalt. Wir gehen zurück zu den Fahrrädern und steuern Richtung „Frühstück“. Kurz vor dem Hotel mache ich am selben Ort wie gestern Abend nochmals einen Stopp, um das selbe Bild mit Morgensonne aufzunehmen. Diesmal möchte ich etwas zu viel und prompt gleite ich auf einem Stein aus und lande mit einem Schuh und dem Hintern im kalten Bach. Nun heisst es auch für mich möglichst schnell zurück an die Wärme. Die Hose ist rasch wieder trocken. Der abgetauchte Schuh wird heute leider etwas feucht sein. Spätestens beim Anblick des Frühstücksbuffets habe ich den nassen Schuh vergessen und widme mich voll und ganz den angebotenen Köstlichkeiten. Es hat alles, was das Herz begehrt. Ich entscheide mich für Spiegeleier, Speck, Würstchen, Lachsbrötchen und als Abschluss ein Stück Früchtewähe. So gestärkt besuchen wir den Aussichtspunkt unterhalb Chunetta und geniessen den freien Blick auf die vergletscherten Berge. Weiter geht’s mit der RHB vom Bahnhof Morteratsch bis auf den Scheitelpunkt zum Ospizio Bernina. Unterwegs wimmelt es von Fotografen, welche sich dem Bahngleis entlang positioniert haben. An diesem Sonntag war der Bernina Nostalgie Express auf der Strecke St. Moritz – Tirano unterwegs. Zwei gelbe Treibwagen und ein Salonwagen haben eine ganze Menge Trainspotter auf den Plan gerufen. Wir geniessen die Aussicht auf den Lago Bianco und steigen aufs Postauto Richtung Tirano um. Unsere Erlebnisse im Val da Campo könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.


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