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Säntis 18.11.17

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Murmeltiere [Marmota] im Oberengadin
Murmeltier
10. Februar 2018
Sonnenuntergang in Skælingar
Sveinstindur – Skælingar 27.7.
6. März 2018

Im November ist der Besuch des Säntis immer ein besonderes Erlebnis. Die Sicht auf das Nebelmeer und die herausragenden Bergspitzen ist einzigartig. Vorletztes Jahr hatte ich gedacht den besten Moment erwischt zu haben, doch letzten November wurde es noch besser: Ein Farbenspiel der Extraklasse.

Über dem Nebelmeer

Am Samstag mittag zeigt sich das Wetter viel freundlicher als erwartet und für 17:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, ist sogar ein «Sünnäli» prognostiziert. Nichts wie los Richtung Toggenburg. Mit der Luftseilbahn fahre ich von der Schwägalp auf den Säntis-Gipfel. Nach Fahrplan fährt die letzte Bahn um 17:00 Uhr vom Gipfel zurück ins Tal. Das bedeutet, dass kurz nach Sonnenuntergang Schluss mit Fotografieren ist . Heute Abend findet zu meiner Freude die «Alpschwii –Metzgete» im Gipfelrestaurant statt, das bedeutet Bahnfahrten bis weit in die Nacht. Auf dem Säntis gibt es mehrere Terrassen, welche sich je nach Jahreszeit und Sonnenstand zum Fotografieren eignen. Ich versuche meine kleine Kamera für einen Zeitraffer zu platzieren, aber der Wind ist zu stark. Das würde nur ein Wackel-Film produzieren.
Normalerweise bin ich auf der obersten westlichen Terrasse ,aber dort stürmt es heute so gewaltig, dass es nicht lange auszuhalten ist. Der Balkon vor dem Restaurant ist ein bisschen windgeschützter. Zusammen mit vielen anderen Besuchern positioniere ich mich am Geländer. Ich kann es kaum glauben, es scheint , dass es wieder einen gewaltigen Sonnenuntergang geben wird. Die Berggipfel Stockberg, Speer, Mythen und viele andere ragen als schwarze Zacken aus dem Nebelmeer. Dieses ist heute ziemlich rau. Mit ganz tiefem Sonnenstand wird der Nebel zwischen den Bergspitzen angestrahlt und verfärbt sich goldgelb. So kommen wunderbare Gegenlicht Aufnahmen zustande, insbesondere mit längeren Brennweiten. Sobald die Sonne hinter dem Alpenhauptkamm verschwindet liegen die Voralpen im Schatten und es wird immer kälter. Die Bewölkung am Himmel behält aber noch ganz lange ihre orange Farbe, aber das Lichtspiel mit dem Nebel ist vermeintlich zu Ende.
Die meisten Besucher auf der Terrasse ziehen sich in die Wärme zurück, sehr verständlich, bei -7°C und Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h ist es hier nicht wirklich gemütlich. Es ist nun kurz vor fünf Uhr und ich stehe schon über eine Stunde mit meiner Kamera draussen im Wind. Aber diese einmalige Chance länger auf dem Berg zu bleiben möchte ich mir nicht entgehen lassen, ich bleibe weiter tapfer in der Kälte. Mit dem Teleobjektiv suche ich in der Ferne nach interessanten Ausschnitten. Plötzlich stockt mir vor Überraschung fast der Atem. Der Nebel um den Mythen beginnt rot zu leuchten. Irgendwie müssen die Wolken am Himmel die letzten Sonnenstrahlen reflektieren und so diesen roten Schein auf den Nebel werfen. Es wird immer stärker und erreicht sogar die Nebelschwaden um den Speer. Ich stehe fast alleine auf der Terrasse und kann meinen Augen nicht trauen. So etwas habe ich noch nie erlebt und auch noch kein vergleichbares Bild vom Gipfel des Säntis gesehen. Voller Freude fotografiere ich weiter bis es meine eiskalten Finger nicht mehr zulassen und auch ich mich ins Gebäude zurückziehe. Ich kann es kaum fassen. Heute zog ich mit der Erwartung los, vielleicht mit etwas Glück, ähnliche Bilder wie letztes Jahr einzufangen. Dass es aber noch eine ganze Stufe spektakulärer werden könnte hätte ich nicht gedacht.

2 Comments

  1. sk sagt:

    Zufällig darüber gestolpert. Großartige Homepage, fantastische Bilder, herausragend – Chapeau!

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